Fotografie – selbstversunken

Veronika Wandl: „DSC_0075h” (Ausschnitt)

Etwas taucht auf in meinem Blick-/Riech-Feld, lockt mich. Es ist schwer zu beschreiben. Ein Prozess von Werkzeug-Sein. Etwas wird aufgegriffen, etwas tut weiter, sammelt die abgefallenen Pfingstrosen-, Kletterrosen-, Malven- und Schwertlilienblätter, legt sie auf Papier, holt das „Maschindl“ und be-dient es; selbstversunken. Ähnlich geht es am Computer weiter, etwas wird in mir berührt von dem, was mir da entgegenkommt, und findet die Verbindung zur Essenz.

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Prager Fotografie 4 (oder: Augen, die nicht sehen)

Subhash: „Das Abstrakte ist konkret …”

Das Abstrakte ist konkret …

Anscheinend ist die Gewohnheit, von einer Fotografie zu erwarten, dass sie auf etwas Anderes, Gegenständliches verweist, heutzutage fast übermächtig. „Die Leute wollen eben etwas sehen”, lautete die entschuldigende Antwort auf eine meiner häufigen Klagen über die Abwesenheit von selbst-referenzieller Fotografie bei einer großen Foto-Ausstellung. Weiterlesen →

Weiches Licht für Portraits um die Mittagszeit

Undine-Brunnen, Baden bei Wien (Detail)

Nicht immer streuen Wolken das Mittagslicht

Das Licht am Morgen ist sanft, weich und arbeitet bei schönem Wetter Strukturen trotzdem gut heraus. Ähnlich das am Abend.

Was aber, wenn wir ausgerechnet Portraits um die Mittagszeit bei strahlendem Sonnenschein fotografieren müssen und kein aufziehendes Gewitter, wie am Bild links, das Licht dämpft? Widerspricht das nicht den Grundregeln der (Portrait-) Fotografie? – Nun, es gibt ein paar einfache Tricks, auch um diese Zeit mit einfachen (oder auch gar keinen) Hilfsmitteln zu gut durchzeichneten Portraits zu kommen. Weiterlesen →

Die Gesellschaft für Abstrakte Fotografie

Subhash: «Amor en una cálida mañana»

«Amor en una
cálida mañana»

Regelmäßige Leser*innen werden es schon bemerkt haben: Mir liegt die nicht-referenzielle Fotografie am Herzen. Im Zuge meiner Auseinandersetzung damit bin ich nun auf die Gesellschaft für Abstrakte Fotografie gestoßen. Ihre Website listet viele entsprechende Künstler*innen auf, zum Teil mit mehreren Bildbeispielen, und bringt eine interessante Literaturliste. Ausstellungen der Abstrakten Fotografie werden ebenfalls angekündigt. Weiterlesen →

Prager Fotografie (Teil 3 – Jan Reich)

Plakat zur Ausstellung Jan Reich

Eine große Retrospektive ist dem tschechischen Fotografen Jan Reich gewidmet, der vor 3 Jahren verstorben ist: Über 420 Fotografien kann man in einem Seitenflügel der Prager Burg noch bis in den Sommer sehen (Plakat links). Seine Frau Jana Reichová kuratierte diese Ausstellung.

Reich fotografierte in Schwarzweiß mit einer alten Holzkamera, die er vom berühmten Josef Sudek geerbt hat, in dessen Museum ich es auf meiner kurzen Prager Fotoreise leider nicht mehr geschafft habe.1) Er konzentrierte sich hauptsächlich auf tschechoslowakische Landschaften und auf vom Untergang bedrohte Ansichten von Teilen Prags. Während eines mehrmonatigen Parisaufenthalts verwendete er aber auch eine kleine Leica zur Street Photography. Weiterlesen →

Prager Fotografie (Teil 2)

Subhash: „Sonnenuntergang auf der Karlsbrücke”

Wenn man in einer Großstadt zu Fuß bei strahlendem Sommerwetter mit großem Fotorucksack und Stativ unterwegs ist, wird man schon ein wenig belächelt. Die Leute haben ihre zigarettenschachtelkleinen Digitalkameras in der Brust- oder Handtasche und verstehen nicht, zu welchem Zweck sich da jemand dermaßen abmüht. Wer aber einmal versucht hat, mit einem 600 mm-Ojektiv (Kleinbildäquivalent) ein Motiv so aufzunehmen, dass man noch halbwegs von Bildgestaltung sprechen kann, wozu das Motiv beim Anvisieren eben einigermaßen ruhig im Rahmen stehen bleiben muss, der weiß, dass ein Stativ auch bei heller Sonne nicht immer unnötig ist. Von dunklen Gassen oder gar Kirchen will ich überhaupt nicht reden. Und irgendwann geht auch die Sonne unter. Weiterlesen →

Prager Fotografie (Teil 1)

Barbora a Radim Žůrkovi: „The River – Untitled 01”

© Barbora a Radim Žůrkovi; aus der Serie „The River”

Seit langem habe ich auf der Startseite meiner Website ein You-Tube-Filmchen verlinkt, das Brechts „Lied von der Moldau”, gelesen von eddusfledermaus, hören lässt. Diese Interpretation von Brechts Gedicht hat mich sehr berührt.

Prag kannte ich allerdings nur vom Durchfahren mit der Bahn. Der Prager Bahnhof bzw. dessen Glasdach war mir dabei schon früher ein Foto wert: Weiterlesen →

Den Brunnen der Kreativität auffüllen

Subhash: „Ysperklamm”

„Ysperklamm”

Für manche Menschen sind Worte wie Kreativität oder Inspiration nur Wischiwaschi. Für sie ist mit Fleiß, Wissen und viel Arbeit alles getan. Vielleicht stimmt das ja auch (für sie). Vielleicht sind sie ständig so begnadet, dass ihnen gar nicht auffällt, dass sie andauernd von einer Muse geküsst werden. Vielleicht aber wurden sie noch nie geküsst und kennen den Unterschied weder aus eigener Erfahrung, noch wissen sie, dass es ohne Inspiration (d.i. „Begeisterung”) keine großartigen Bilder geben kann. Weiterlesen →

Archivechte Pigmentprints

Subhash: „Richtung Mödling”

„Richtung Mödling”

Ich drucke meine Fotografien selbst mit archivechten Pigmenttinten. Ein Bild groß an der Wand zu sehen hat schon etwas für sich. Edles FineArt-Papier kann einer Fotografie den letzten Schliff geben. Wenn Sie ein Bild von mir kaufen ist ein (säurefreies) Passepartout mit eingeschlossen. Damit ist der Langlebigkeit am besten gedient und auch eine Ästhetik erzielt, die das Bild vorzüglich zur Geltung bringt. Weiterlesen →

Emanuel Raab: „Winterwald”

Emanuel Raab: „Winterwald”

Buch zur Austellung

Kein Unterholz, Fichten in Reih und Glied, gerade gewachsen und vor allem schnell: Das bedeutet dem Ökonomen „Wald”. Nicht so Emanuel Raab, der Mittelformatkamera und Stativ ins Dickicht geschleppt und wundervoll komponierte, zarte und meditative Fotografien gemacht hat. Sie sind in Berlin noch bis 29. April und im Buch zur Ausstellung aus dem Kehrer-Verlag zu sehen. „Die Zeit” hat ihr eine Fotostrecke gewidmet. Weiterlesen →