In welchen Himmel kommen tote Sonnen?

Cover Henri Huhki Edelbauer: „In welchen Himmel kommen tote Sonnen?”

Zugegeben: Es ist kein Fotobuch: Im Inneren befindet sich ein einziges Bild (das zeigt den Autor und ist schlecht gedruckt), und sonst gibt es nur eines am Cover, das sehen Sie hier links (groß auf Anklicken). Warum also wird dieses Buch hier vorgestellt, hier in einem Fotoblog? –

Nun, weil es ein philosophisches Fotoblog ist und Huhki mit diesem Buch ein philosophisches Werk vorlegt, dass auch Fotograf*innen inspirieren kann, geht es doch oft genug in seinen Texten um Wahrnehmung, Erkenntnis und Kreativität, worauf der geneigte Leser, die stöbernde Leserin dann mit Neugier, Begeisterung, Verwirrung, Verwunderung und/oder Unverständnis reagieren mag, ungefähr in dieser Reihenfolge, wobei ein Gefühl dabei nicht die vorigen auslöscht, sondern sich nur – zeitweise dominant – druntermischt, und Unverständnis auch nicht das ist, was bleibt, sondern ein Amalgam aus allen Reaktionen. Fad wird einem jedenfalls nicht dabei. Weiterlesen 

Den Brunnen der Kreativität auffüllen

Subhash: „Ysperklamm”

„Ysperklamm”

Für manche Menschen sind Worte wie Kreativität oder Inspiration nur Wischiwaschi. Für sie ist mit Fleiß, Wissen und viel Arbeit alles getan. Vielleicht stimmt das ja auch (für sie). Vielleicht sind sie ständig so begnadet, das ihnen gar nicht auffällt, dass sie andauernd von einer Muse geküsst werden. Vielleicht aber wurden sie noch nie geküsst und kennen den Unterschied weder aus eigener Erfahrung, noch wissen sie, dass es ohne Inspiration (d.i. „Begeisterung”) keine großartigen Bilder geben kann. Weiterlesen 

Kreative Arbeit mit dem Lensbaby

Oder: Etwas Ordnung ins Chaos setzen

Lensbaby Composer Pro mit Optik „Sweet 35”

Lensbaby Composer Pro für FourThirds

Ich glaube, was wir in den Schulen und auf Universitäten lernen, ist nicht alles. Ich glaube, was uns die Zeitungen, Magazine, das Fernsehen und das Internet zeigen, ist nicht die ganze Welt. Ich glaube daran, dass Fotografieren die Wahrnehmung erweitern kann. Sie ist ein Mittel mehr von der Welt zu erfahren, indem man lernt auf andere Art zu sehen.

Jedes Objektiv fordert das „Sehen”, die Kraft der Vorstellung auf andere Weise. Während manche die Spezialobjektive von Lensbaby verächtlich als bloße Spielerei abtun, mein ich, dass auch sie das Potential haben, Kreativität und Inspiration aufzufrischen und das Sehen und damit das Leben ein wenig zu bereichern. Weiterlesen 

You listen. And you play.

Subhash: «El escondite», 2012

«El escondite»

Der Trompeter und Bandleader Miles Davis verlangte vom jungen Percussionisten Airto Moreira, nicht „draufzuhauen”. Airto spielte also ganz zart und vorsichtig, aber das war es nicht, was gemeint war. Nach dem ersten Set präzisierte Miles:

You listen. And you play.

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Vom Etwas zum Nichts und zurück

Cover Vom Etwas zum Nichts, vom Nichts zum Etwas

Neues PDF-eBook über Abstrakte Fotografie

Ich glaube an den aufregenden Gedanken, dass Fotografie etwas zeigen kann, das noch nie gesehen wurde. Nicht nur fremde Gegenden und seltene Tiere, winzig kleine oder schrecklich große Dinge, auch Dinge beispielsweise, die auf ihrem Schreibtisch liegen, und die Sie so noch nie gesehen haben und vielleicht auch nie sehen würden. Ich glaube Fotografien aufnehmen zu können, die Unerkanntes zeigen und die nie jemand anfertigen wird, wenn ich es nicht tue. Und ich weiß, dass man seine Welt bereichert, wenn man das ganz Gewöhnliche nicht mehr auf altbekannte und langweilige Art wahrnimmt, sondern es schafft, neu hinzusehen. Weiterlesen 

eBook: „Vision is Better 2”

Cover „Vision is Better II”

David duChemin hat ein neues eBook als PDF und iPad-App herausgebracht. Es sammelt aus seinem Blog Beiträge zur Fotografie und ihrer Bedeutung für sein Leben. Sein schwerer Unfall beim Fotografieren in Pisa und die Monate der Heilung danach, in denen er erstaunliche Bilder mit seinem iPhone statt seiner Spiegelreflex machte, sind beschrieben und davor sein Aufbruch in ein Abenteuer, wie er es sich weder vorgestellt, noch gewünscht hatte. Weiterlesen 

Scharfsichtige Frauen in Paris

Cover „Scharfsichtige Frauen”

Am Beginn des 20. Jhdts., als die Fotografie noch ein relativ neues Medium war und wenig beschwert und eingeengt durch standardisierte Konventionen oder durch berufliche Ausbildungsstätten, verbrachten auch viele Frauen ihre fotografischen Lehr- und Wanderjahre in Paris.

Lernen hieß damals experimentieren, entdecken, erforschen und vielleicht weniger ein Schema erfüllen, als das heute der Fall ist. Natürlich musste man auch damals ein Bild „richtig” belichten können. „Richtig” unter Anführungszeichen, denn was richtig ist, das konnte man und frau oft noch weitgehend selbst bestimmen. Wenn man eine kleine Leica benutzte, wurde man zwar nicht ernst genommen, aber wenn einem das nichts anhaben konnte, war man relativ frei. Dazu kam die Dunkelkammertechnik, die man sich als Assistentin aneignen durfte und oft auch musste, denn nicht viele hatten die Gelegenheit, im Fach Fotografie eine formelle Ausbildung abzuschließen. Weiterlesen 

Blues in my Eyes

Pink Floyd, 1973 (?)

Pink Floyd, 1973 (?)

Seit Jahren fotografiere ich in Konzerten, früher in großen – eines meiner Musikregale ziert ein Foto von einem Pink Floyd-Konzert in der Wiener Stadthalle, vermutlich aus dem Jahr 1973 –, in den letzten Jahren nur mehr an kleinen Veranstaltungsorten. So gut wie immer ohne Auftrag; meist wohlgelitten, manchmal gerade noch geduldet und hin und wieder auch deutlich angefeindet, wenn die anscheinend gewünschten Unterwerfungsgesten dem Veranstalter gegenüber nicht erbracht wurden. Dies sei vorausgeschickt um zu betonen, dass mir an Musik etwas liegt und ich sie gerne auch mit Fotografie verbinde.1)

Nun haben mich meine Vorlieben fürs Niederösterreichische Waldviertel und für Jazz einen eindrucksvollen Fund machen lassen. Mir war Werner Kohn kein Begriff, das muss ich zugeben … Weiterlesen 

Gratis-eBook: 11 Wege zu besseren Fotografien

Cover „11 Ways to Improve Your Photography”

Von Craft&Vision ist ein neues eBook erschienen: „11 Ways to Improve Your Photography” (Englisch). Ich kenne nun zwei Dutzend dieser eBooks von David duChemins Verlag, die man ohne spezielle Hard- oder Software lesen kann, und alle sind sie für mich Inspiration und Freude. Daher biete auch ich sie an, und wenn Sie auf einen Link zu einem dieser eBooks klicken oder auf ein Werbebanner und es dann kaufen, bekomme ich ein paar Cents an Provision, was dieses Blog und meine Fotografie unterstützt. (Das war einmal.)

11 Ways to Improve” aber ist aus folgendem Grund außergewöhnlich: Es ist gratis! Dabei ist es sehr schön aufgemacht und zeigt viele sehenswerte Fotografien. 11 Autor_innen schreiben über einige der wichtigsten Möglichkeiten, die eigenen Fotos zu verbessern, was auch immer „besser” für Sie selbst bedeuten mag: intensivere, aufmerksamere, emotionellere, technisch bessere, ungewöhnlichere, besser komponierte, dynamischere, strahlendere Bilder … Dieses Buch kann engagierten Anfänger_innen bis zu wahren Könner_innen der Fotografie nützen. Weiterlesen 

Ausstellung „HimmelsKörper”

Helge Süß hat unter dem Titel „HimmelsKörper” eine Reihe von SW-Fotografien zusammengestellt. Planeten und andere Objekte unseres Sonnensystems treffen auf Basis ihrer mythologischen Deutung auf die sanften Linien und Strukturen menschlicher Körper.

Manche Umsetzungen sind auf den ersten Blick vielleicht nicht nachzuvollziehen, aber immer fotografisch interessant und voll von feinen Strukturen. Die „Weltraum-Stimmung” konnte sehr gut evoziert werden, und doch ist immer auch das Körperliche von Haut und Haar offensichtlich. Weiterlesen 

Impressionistische Fotografie

Subhash: La borrasca

La borrasca

In der engagierten Fotografie gelten Regeln: Richtige Belichtung ist beispielsweise gut. Schärfe ist gut. Verzeichnisfreiheit des Objektives ist gut. Wissen, was man überhaupt aufnehmen will, ist gut. Eine überlegte Bildkomposition ist gut. Zufall ist (zumeist) schlecht, mangelnde Kontrolle ist schlecht, Experimente („Herumprobieren”) sind sowieso schlecht.

Also kaufen wir entweder eine vollautomatische Kompakte, die „alles selber macht” und noch dazu richtig, oder eine dieser wunderbaren Spiegelreflexkameras mit superschnellem Autofokus und Bildstabilisator und lernen zu erahnen, wie Licht von einem Sensor verarbeitet werden wird, studieren Tiefenschärfen-Tabellen (Falsch! Profis sagen, es muss „Schärfentiefe” heißen! 1)) und geben Unmengen an Geld aus für korrigierte, lichtstarke Optiken. Und wenn wir dann so ziemlich alles verstanden haben, alle Regeln kennen und nur mehr ganz selten etwas falsch machen, dann … Dann wird die Fotografie manchem manchmal etwas langweilig. Bei Leuten mit Kompaktkamera geht’s meist noch etwas schneller. Weiterlesen