Die Rote Gefahr

Subhash: „Die rote Gefahr #9950”

„Die rote Gefahr #9950”

„Fressen und gefressen werden” lautet das unbarmherzige Gesetz der freien Natur – zumindest wenn man den Darwinisten oder den Neoliberalisten glauben sollte.

Darwin selbst kann kaum etwas dafür, das einmal gleich richtig gestellt: Er hat zugegeben, dass Kooperation ein mindestens ebenso starkes Prinzip „der Natur” ist, wie Konkurrenz. Der russische Anarchist Peter Kropotkin hat gar ein Buch darüber geschrieben, wie weit verbreitet Kooperation unter allen Lebewesen ist: „Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt”.
Hierzulande fürchtet man sich aber mehr vor der „Roten Gefahr” und ist viel eher geneigt jede Menge Geld für die Rettung von Not leidenden Autoherstellern und -zulieferbetrieben, Spekulanten, Rüstungsbetrieben, Banken und anderen Ausbeutern, also zur Rettung des Kapitalismus (Neusprech: „Freie Marktwirtschaft”) bereit zu stellen, als für ein gedeihliches Zusammenleben der Leute. Nur nicht für eine gerechte Verteilung des gemeinsam erarbeiteten Reichtums sorgen, dann wären wir (wer: „Wir”?!) ja nicht mehr frei, lieber die hofieren, die schon jetzt nicht mehr wissen, wohin denn nun mit all dem Geld.

Dümmeres Wirtschaften als das kapitalistische gibt es nicht. Es ist ein Kampf jeder gegen jeden. Das Kapital erklärt der Arbeit den Krieg, die Löhne sinken, die Profite steigen, und am Ende weiß man nicht, wohin mit den Erträgen, verjuxt sie und rettet sich in die Krise.

(Michael Scharang)

Wär’s nicht so absurd und wäre ich nicht schon so abgebrüht, würde ich weinen.

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