Das Wesen der Dinge

Subhash: „Welkender Wiesenblumenstrauß #7840”

Welkender Wiesen-
blumenstrauß

Mitten im heißesten Sommer kündigt sich schon sein Vergehen an. Die ersten Felder werden abgeerntet, immer mehr Blütenpflanzen verwelken, die Tage werden schon wieder deutlich merkbar kürzer.

Der selten gewordene Rittersporn, der uns zahlreich mit seinen zarten Kerzen so freundlich überrascht hat, blüht ab, und die ersten Dahlienblüten verwelken. Sogar schon hier, wo die Vegetation den wärmeren Gebieten im Süden Österreichs meist deutlich hinterher hinkt.

Die Zeit der Ernte beginnt. Jetzt geht es darum sie einzubringen und so aufzubewahren, dass sie uns hilft, die karge Zeit zu überstehen, die jetzt noch kaum zu ahnen ist. –
Warum fotografiere ich, was bedeutet mir die Fotografie? Wie werde ich ihr gerecht, was kann ich beisteuern, wo es doch so viele Fotos gibt, dass man meinen könnte, es käme auf einen selbst überhaupt nicht mehr an? Aber auch wenn die erhaltene Aufmerksamkeit gering ist (das Einkommen ohnehin) und viele Ergebnisse meiner künstlerischen Arbeit einfach gar nicht beachtet werden, so meine ich doch, dass diese beiden Bilder hier, hätte ich sie nicht fotografiert, niemand fotografiert hätte.

Subhash: „Welkende Dahlien #7836”

Welkende Dahlien

Das bedeutet nicht, dass sie so einmalig und originell wären, aber kein Strauß gleicht dem anderen vollkommen, und genau diese Blüten werden nie wieder verwelken. Und wenn sie auch keine*r außer mir zu sehen bekäme; mir sind sie die Arbeit wert, die damit verbunden war. Mir helfen sie meine Wahrnehmung weiter zu führen, genauer zu sehen, hinter die ausufernden Informationen der Oberflächen zu schauen; auf der Suche nach dem Wesen der Dinge, der Wahrnehmung, nach meinem Wesen. Nicht der Detailsucht zu unterliegen, sondern die Essenz aufzuspüren. –
Bald wird mein neues Buch über Abstrakte Fotografie erscheinen. Diesmal im Druck, 100 Seiten, 50 Bilder, in A5. Ich arbeite an den letzten Texten, stelle die Reihenfolge der Fotografien die letzten Male um, mache mich ans Titelbild. Es handelt sich um eine Fortführung meines eBooks „Vom Etwas zum Nichts, vom Nichts zum Etwas”, erweitert um neue, noch nie gedruckte Bilder, mit (hoffentlich) inspirierenden Beispielen und Texten. Demnächst mehr dazu an dieser Stelle.

 Aufrufe dieser Seite: 7.220

↓ Ähnliche Artikel

  • Vom Etwas zum Nichts und zurück
    Neues PDF-eBook über Abstrakte Fotografie Ich glaube an den aufregenden Gedanken, dass Fotografie etwas zeigen kann, das noch nie gesehen wurde. Nicht nur fremde Gegenden und seltene Tiere, winzig kleine oder schrecklich große Dinge, auch Dinge beispielsweise, die auf ihrem Schreibtisch liegen, und die Sie so noch nie gesehen haben und vielleicht auch nie sehen würden. Weiterlesen
  • Wie ist das mit dem Tod?
    Wir wissen zwar normalerweise nicht aus eigener Erinnerung, was und wo wir waren, bevor wir waren, aber das hindert uns nicht daran, erschreckt zu sein über das Nichtwissen darüber, wo wir sein werden, wenn wir nicht mehr sein werden. Weiterlesen
  • Aufruf: Hilfe für die NSA
    Virtuelle Müll-Durchsuchung für unsere fleißigen Burschen von der NSA. Weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.