Mit Polaroid bewusster fotografieren

Die Polaroid „Spirit 600 CL”; © Timo M.

Polaroid „Spirit 600 CL”
© Timo M.

Von analog zu digital …

Meine ersten fotografischen Gehversuche liegen gut zwanzig Jahre zurück. Die Beschränkungen des viel zu kurzen Films, das lange Warten auf die entwickelten Bilder, die Freude und häufig auch Enttäuschung über die Ergebnisse sind noch gut in Erinnerung. Nach einer ganzen Weile Abstinenz kaufte ich mir vor einigen Jahren eine digitale Kamera und die Begeisterung über die scheinbar überwundenen Schranken folgte schnell.

Ein Hoch auf die digitale Fotografie! Hat man die häufig schmerzlichen hohen Anschaffungskosten erst einmal „weggesteckt”, entstehen Bilder am Fließband – es kostet ja schließlich nichts. So kam ich häufig nach einem fotografischen Ausflug mit Unmengen an Fotos zurück und war doch selten zufrieden. Weiterlesen 

„Es malt mich”
(oder: Meine Beziehung zur abstrakten Kunst)

Rahi: „Butterfly Newborn”

Rahi: „Butterfly”

Als autodidaktischer Künstler beschäftige ich mich mit großer Begeisterung und Hingabe mit der Malerei. Seit 1999 sind so mehrere hundert „Bilder” entstanden, die immer mehr aus meinem Bauch als aus dem Kopf entstehen. Bevorzugt am Morgen entstehen so die Bilder wie von alleine – es malt mich! Mein eigener Anspruch löst sich auf, und ich genieße es, mich auch selbst zu überraschen. Oft kommt der „Sinn” erst nachher hinein. Wie z.B. im vorliegenden Bild  BUTTERFLY. Weiterlesen 

Fotografie – selbstversunken

Veronika Wandl: „DSC_0075h” (Ausschnitt)

Etwas taucht auf in meinem Blick-/Riech-Feld, lockt mich. Es ist schwer zu beschreiben. Ein Prozess von Werkzeug-Sein. Etwas wird aufgegriffen, etwas tut weiter, sammelt die abgefallenen Pfingstrosen-, Kletterrosen-, Malven- und Schwertlilienblätter, legt sie auf Papier, holt das “Maschindl” und be-dient es; selbstversunken. Ähnlich geht es am Computer weiter, etwas wird in mir berührt von dem, was mir da entgegenkommt, und findet die Verbindung zur Essenz.

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Der Engel des Zufalls

Klaus Wagenhäuser: „Der Engel des Zufalls”

Der Engel des Zufalls

Wie alle Abbildungen ist auch das Foto immer ein Hinweis, ein Fingerzeig „Schau mal das da, schau mal hier”. Im Mittelalter war Bildung einer elitären Klasse vorbehalten: dem Klerus und dem Adel. Dem Volk, das damals bis auf wenige Ausnahmen weder lesen noch schreiben konnte, erklärte man die Welt und vor allen Dingen Gott über Bilder. Selbstverständlich streng im Sinne des Erzählers, wurde eine Manipulation der Betrachter vorgenommen, was damals nicht sehr schwer war. Weiterlesen 

Die Kunst des Alltäglichen

Oder: Wenn die Schönheit auf der Straße liegt

Es sind die Geschichten aus denen Legenden entstehen, vom Leben besser geschrieben als es jede Autorin und jeder Autor könnte. Ein Sammler kauft auf einer Auktion einige Kisten samt Inhalt und entdeckt darin zehntausende nicht ausgearbeitete Fotonegative. Diese wiederrum entpuppen sich bald als das Oevre einer der begabtesten – bisher allerdings völlig unbekannten – Photographin der sogenannten „Street Photography”. Die Schöpferin dieser Bilder arbeitete zu Lebzeiten als Kindermädchen und verarmte im Alter völlig. Ihre in der Qualität mit Diane Arbus oder Weegee vergleichbaren Arbeiten hat sie nie auch nur im kleinen Rahmen ausgestellt oder veröffentlicht. Sie stirbt ohne von der Fachwelt beachtet worden zu sein 2009, kurz nach der „Entdeckung” der Arbeiten durch einen zunächst ahnungslosen Immobilienmarkler. In den folgenden Monaten wird das Werk von Vivian Maier posthum auf der ganzen Welt berühmt. Weiterlesen