Vom Etwas zum Nichts und zurück

Cover Vom Etwas zum Nichts, vom Nichts zum Etwas

Neues PDF-eBook über Abstrakte Fotografie

Ich glaube an den aufregenden Gedanken, dass Fotografie etwas zeigen kann, das noch nie gesehen wurde. Nicht nur fremde Gegenden und seltene Tiere, winzig kleine oder schrecklich große Dinge, auch Dinge beispielsweise, die auf ihrem Schreibtisch liegen, und die Sie so noch nie gesehen haben und vielleicht auch nie sehen würden. Ich glaube Fotografien aufnehmen zu können, die Unerkanntes zeigen und die nie jemand anfertigen wird, wenn ich es nicht tue. Und ich weiß, dass man seine Welt bereichert, wenn man das ganz Gewöhnliche nicht mehr auf altbekannte und langweilige Art wahrnimmt, sondern es schafft, neu hinzusehen. Weiterlesen

You can not do it

23 de enero

«23 de enero», Caracas, Venezuela

Der Kanadier David duChemin hat in seinem Blog unlängst wieder einmal die Geschichte aufgewärmt, die hierzulande als „amerikanischer Traum” bekannt ist. So sehr ich ihn als Fotografen schätze: Ich hätte nicht gedacht, dass er mit dieser dummen, alten Geschichte daherkommt.

Arbeit ist immer historisch und kollektiv. Was immer man tut, man baut auf der Leistung anderer auf. Ohne andere Menschen gäbe es weder eine einzige Fotografie, noch irgendeine*n Fotograf*in. Der eigene Anteil an dem, was man schafft, ist verschwindend gering verglichen mit der Masse an gemeinsamer Arbeit, die in ihm steckt. Weiterlesen

Von Caracas nach Cartagena

Beim venezolanischem Stadtteilradio „El sonido de 23”

„El sonido de 23”

Kreative statt absurder Arbeit

Man müsse versuchen Arbeit wieder zu einer kreativen Lebensäußerung werden zu lassen, das war in etwa die Antwort des Venezolanischen Künstlers Luis Britto Garcia auf meine Frage, wie man den neoliberalen Vormarsch in Europa behindern könne. Arbeit als schöpferischer Akt – wie weit sind wir doch meist davon entfernt! Blinde Leistung wird noch immer hochgehalten, sich mit Haut und Haaren einem Betrieb zu unterwerfen als Schritt zum Selbständig-Werden verstanden, trotz Überproduktion wird mehr und mehr gearbeitet, und dabei werden lebenswichtige, aber nicht kaufkräftige Bedürfnisse ignoriert: Der Beruf als absurde Veranstaltung … Weiterlesen

Fotografieren, was man nicht sehen kann

Subhash: Ohne Titel, undatiert (Ausschnitt)

eBook under construction

Die letzten Wochen habe ich an meinem neuen eBook gearbeitet und bald wird es so weit sein, dass man es hier downloaden kann. Diesmal wird’s um Abstrakte Fotografie gehen, ein spannendes Thema!

„Abstrakt” bedeutet ja nicht nur „ungegenständlich”, sondern ebenso das Weglassen von Einzelheiten und das Überführen auf etwas Allgemeineres oder Einfacheres. Sagt Wikipedia. In der Kunst bezeichne „Abstraktion einerseits die mehr oder weniger ausgeprägte stilistische Reduzierung der dargestellten Dinge auf wesentliche oder bestimmte Aspekte.” Also z.B. den Wald wieder trotz lauter Bäumen sehen. – Ja, und andererseits? – Andererseits bezeichne Abstraktion Strömungen in der Kunst, deren Merkmal die völlige Abwesenheit eines Gegenstandsbezuges sei. 1) Womit wir wieder bei meinem neuen eBook sind, denn darin zeige ich zumindest zwei Fotografien, denen jeder Gegenstandsbezug komplett fehlt. Spannend, nicht? Denn es gibt ja genug Leute, die es für ausgeschlossen halten, dass man etwas fotografieren könne, „das nicht da ist”.

Kann man aber! (Einen Ausschnitt sehen Sie schon hier oben.)

Natürlich abstrahiert jedes Foto. Beispielsweise muss sich auch die 3D-Fotografie auf einen Ausschnitt und relativ schwachen Kontrastumfang beschränken und die übrige Fotografie hat zusätzlich auf die Tiefenerstreckung zu verzichten, wenn sie auch gekonnt Illusionen davon produzieren vermag. Aber bei mir geht’s um mehr, d.h. um weniger.

Demnächst in diesem Theater. 2)


1) Wikipedia zur Abstrakten Kunst: siehe hier

2) „Vom Etwas zum Nichts, vom Nichts zum Etwas” erscheint am 17. Februar um 0:00 Uhr und kann dann hier gefunden werden.

Jazz mit Lensbaby

Wolfgang Puschnig im Jazzforum Mödling am 28.1.2012

Wolfgang Puschnig

Als ich Wolfgang Puschnig zum ersten Mal live hörte (mit Jazzband und den „Amstettner Musikanten”), war ich begeistert. Ich hatte nicht mit diesen erfrischend ungewöhnlichen Stücken von „Alpine Aspects” gerechnet, war von den schrägen Volksmusikzitaten, der Virtuosität der Amstettner und dem weichen Flügelhorn von Herbert Joos hingerissen. Seitdem lasse ich mir kein Konzert, das für mich erreichbar ist, so leicht entgehen. Weiterlesen

Archaisch, zärtlich

Drachenbaum

Drachenbaum

Dieses Bild braucht ein größeres Format und einen dunkleren Hintergrund, daher stelle ich es hier nur als Voransicht ein, und Sie müssen es anklicken um es besser sehen zu können.

Wie ein Lebewesen aus den Urzeiten der Erde erschien mir diese bisher scheinbar so vertraute Zimmerpflanze. Alt, düster, derb, mächtig und von etwas herber Schönheit. Und doch gibt es auch Elemente der Zärtlichkeit, der Eleganz, des Tänzerischen; wie es vielleicht bei einer ehemaligen Baletttänzerin im Greisenalter mit all ihren tiefen Falten und ihrer Anmut der Fall sein könnte. Weiterlesen

Ich glaube nicht an Dokumentation

Henri Cartier-Bresson: INDIEN., Kashmir. Srinagar. 1948. Betende muslimische Frauen

© Henri Cartier-Bresson/
Magnum Photos

INDIEN. Kaschmir. Srinagar. 1948. Muslimische Frauen auf den Hängen des Hari Parbal-Hügels beim Beten zur hinter dem Himalaya aufgehenden Sonne.

Ich muss gestehen: Ich fange nicht besonders viel mit ihm an. Das heißt: Ihn kannte ich nicht, ich weiß nicht, ob ich ihn gemocht hätte, aber seine Fotos, die mag ich nicht so recht, jedenfalls bei weitem nicht so sehr, wie es mir die übliche Rezeption nahelegen will. (Was durchaus gegen mich sprechen mag.) Weiterlesen