Frau Holla lässt uns warten

Subhash: „Hollunder”

Der Baum der Holla

Vorgestern noch war Frühling, und ich habe den Hollunder etwas ausgelichtet, da er im Vorjahr viele Blattläuse hatte. Ich dachte, mehr Luft wird ihm helfen. Außerdem waren die obersten Äste dem Traktor schon im Weg. Eine kräftige Gabe reifer Kompost, abgedeckt mit Sägespänen und geheckseltem Stroh sollte ihm mehr Widerstandskraft geben. Und da nach dem Aussaatkalender noch dazu ein Blütentag war, kann ihm das Ganze ja nur gut tun.
Frau Holla (oder „Holle”), deren Baum der Hollunder ist, ist die Göttin des Lebens und des Sterbens. Zugang zu ihr findet man über den Brunnen. Frau Holla ist eine strenge Großmutter, die aber auch großzügig sein kann. 1)
Heute schneit es wieder kräftig. Dazu sagt das Märchen, dass Frau Holla dann ihre Betten ausschüttle. Sie lässt uns auf den Frühling noch eine Zeit warten. Inzwischen liegen wieder 20 cm Neuschnee …
Zur Bildtechnik: Montage aus zwei Fotografien mit Stativ, die mit unterschiedlichen Belichtungszeiten aufgenommen wurden.


1) Luisa Francia hat mehr über die alte Göttin Holle, Holla oder Hel zu erzählen. Zum Beispiel in ihrem Buch „Die Göttin im Federkleid”.

 Aufrufe dieser Seite: 4.517

↓ Ähnliche Artikel

  • Kathedralenglas im „Seher”
    Einer der Vorteile von Workshops ist, dass man und frau gemeinsam mit anderen Leuten fotografiert, arbeitet, lernt, lacht und sich um aufmerksames Sehen bemüht – und danach sehen kann, wie verschieden doch die Ergebnisse sind, wie andere sehen, was ihnen auffällt, was ich übersehe, was uns wert ist fotografiert zu werden, was nicht. Weiterlesen
  • Inspiration und Handwerk
    Die allermeisten Beiträge dieses Fotoblogs sind allgemein zugänglich. Für die, die es genauer wissen und tiefer in die Materie eindringen wollen und sich weitere Inspiration holen wollen, gibt es zusätzlich den Mitgliederbereich. Weiterlesen
  • Scharfsichtige Frauen in Paris
    Am Beginn des 20. Jhdts., als die Fotografie noch ein relativ neues Medium war und wenig beschwert und eingeengt durch standardisierte Konventionen oder durch berufliche Ausbildungsstätten, verbrachten auch viele Frauen ihre fotografischen Lehr- und Wanderjahre in Paris. Lernen hieß damals experimentieren, entdecken, erforschen und vielleicht weniger ein Schema erfüllen, als das heute der Fall ist. Natürlich musste Weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.