Fotoausstellungen in Wien

Obwohl selbst gerade mit Ausstellungsvorbereitungen beschäftigt, besuchte ich vorige Woche zwei Fotoausstellungen in Wien. Das Photoinstitut Bonartes präsentiert den Wiener Camera-Club um 1900, das Kunst Haus Wien zeigt „Über Leben am Land”.
Wie Fahrradfahren und Eislaufen war Fotografie um die Jahrhundertwende zum 20. Jhdt. eine Liebhaberei wohlhabender Leute. Einige davon betrieben sie mit großem Engagement, wissenschaftlichem Forschergeist und künstlerischem Anspruch. Das Photoinstitut Bonartes informiert nicht nur über die Geschichte des „Wiener Camera-Clubs” und einiger seiner Mitglieder, sondern zeigt vor allem auch Werke im Original.
Im Kunst Haus Wien (Hundertwasser-Museum) ist auf zwei Etagen eine abwechslungsreiche und sehr einfühlsame Foto-Ausstellung zum Thema „Über Leben am Land” bzw. „Überleben am Land” zu sehen. Dass Städter*innen gerne über Landbewohner*innen lachen (und umgekehrt), ist verständlich: Zu verschieden sind die Lebensumstände, und die jeweilige Unbeholfenheit führt oft zu Erheiterung. Schön fand ich daher die respektvolle Darstellung der ländlichen Lebensweisen. Wenn auch trotzdem manche Besucher*innen glaubten sich über die Dargestellten lustig machen zu müssen, überwog doch die achtsame Betrachtung der Werke. Da fotografieren ausdrücklich erlaubt ist, hier ein paar Ausstellungsansichten:

Photoinstitut Bonartes
Seilerstätte 22
1010 Wien
www.bonartes.org
bis 10. Mai 2019
verlängert bis 19. Juli 2019

Kunst Haus Wien
Untere Weißgerberstraße 13
1030 Wien
www.kunsthauswien.com
bis 25. August 2019

 Aufrufe dieser Seite: 3.232

↓ Ähnliche Artikel

  • Kreative Beschränkung
    Die Reduktion auf ein Objektiv und eine einzige, große Blende hat ihren Reiz, aber auch ihre Schwierigkeiten. Die Tiefenschärfe ist klein, die Schärfeebene haargenau zu setzen, und ein Stativ hätte des öfteren geholfen. Weiterlesen
  • Tomar los colores
    Licht und eines der Wesen mit besonderem Bezug dazu Abstraktion muss nicht Ungegenständlichkeit bedeuten. Nahaufnahmen oder Makro-Aufnahmen, besonders solche mit weit offener Blende, haben das abstrahierende Element durch die minimale Tiefenschärfe schon in sich. Es bleiben wenige Millimeter oder sogar nur Bruchteile von Millimetern, die einen scharfen Eindruck des Motivs vermitteln. Mein letztes eBook „Vom Etwas zum Weiterlesen
  • Frágil
    Frágil (Waldrebe) „Dünn, gebrechlich, vergänglich, zart” übersetzt leo.org für das spanische «frágil». So zäh und widerstandsfähig die Waldrebe auch ist, ihre Samenstände wirken immer sehr zart und duftig. Ein Firmeware-Update für das Olympus Zuiko 70-300 mm Zoom, das die manuelle Scharfeinstellung verbessert (tut es tatsächlich!), und das Beispiel eines Olympus-Kollegen 1) erinnerten mich an die Nahaufnahmefähigkeiten dieses Objektivs. Das Weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert