Schlangenbrut

So trivial es klingt und so wenig hilfreich für die, die den Rat eines Fotografen wünschen:

Das Wichtigste an der Fotografie ist es, sehen zu lernen.

Je länger ich fotografiere und je intensiver ich mich damit befasse, desto bedeutender scheint mir diese scheinbar simple Einsicht. Verständlicher wird das, wenn man bedenkt, dass man die fotografische Technik mit der Zeit immer besser beherrschen lernt und daher die Aspekte der Wahrnehmung und ihrer Interpretation in den Vordergrund rücken.
Wir alle sind Opfer der gegenwärtig hegemonialen Bildsprache. Wir haben ihre Regeln und Themen erlernt und andere Möglichkeiten zunehmend ausgeblendet und schließlich beinahe ganz übersehen. Nun meinen wir, sie sei die einzig mögliche Art zu sehen, ja, wir erkennen nicht einmal mehr, dass es sich um eine Art handelt.
Subhash: „Schlangenbrut #9931”

„Schlangenbrut #9931”

Der erste Schritt zur Befreiung der Wahrnehmung ist es, überhaupt zu bemerken, dass man im Gefängnis sitzt. Dann beginnt man zu untersuchen, worin das Gefängnis besteht und wie es zu überwinden ist. Es gibt nicht nur eine Art auszubrechen – alle Wege führen hinaus –, aber aufmachen muss man sich, losgehen und die bequemen, aber faden Gewohnheiten überwinden. Nicht mehr nachmittägliche, kreisende Spaziergänge im Gefängnishof, sondern sich aufmachen und anders bewegen als bisher; weggehen … und wieder selbst sehen lernen.
Subhash: „Schlangenbrut #9928”

„Schlangenbrut #9928”

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