Notizen zu einem langweiligen Bild

Das langweilige Bild wurde schon bei der Aufnahme so langweilig gestaltet: Die dominante Ackerfurche wurde exakt in die Mitte gesetzt. Der Horizont auch. Hin und wieder juckt es mich eben in den Fingern, eine Regel, die man zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit aufgetischt bekommt („Horizont nicht in die Mitte!”), zu brechen. Die Aufnahmedaten: […]

Der vollständige Artikel ist nur Mitgliedern der „Augenöffner” zugänglich!

Die „Freilaufendes Bodenei”-Aufnahmen

In einem deutschen Olympus-User-Forum (oly-e.de) regte ich an, ein Ei zu fotografieren. Mich reizt es nämlich den einfachsten Alltagsgegenständen ungewohnte Bilder abzuluchsen. Denn einfacher als zu exotischen Motiven mit großem Aufwand hinzureisen ist es, die Anblicke des normalen Alltag wieder einmal neu und gründlich zu sehen. Dazu braucht man kein großes Budget, und die gewonnene Aufmerksamkeit lässt sich auf vieles anwenden.

In meiner etwas launischen Aufgabenstellung schrieb ich von „freilaufenden Bodeneiern”, weil mir das witzig erschien. Diese Formulierung wurde dann auch zu meiner Interpretation des Themas „Ei”. Ich wollte Bewegung mit Hilfe eines Stroboskop-Blitzes darstellen und das Ei über den Boden laufen lassen. Das war nicht ganz einfach.

Ohne Abdunkelung war der Stroboskop-Effekt nicht zu erreichen. Ich wollte aber doch das Ei nicht auf schwarzem Hintergrund zeigen, sondern auf dem Boden! Am Teppich im Zimmer oder im Freien auf Gras. – Die Lösung? – Eine Montage aus zwei Aufnahmen, aber auch die erforderte ein bisschen Geduld und Feinarbeit … […]

Der vollständige Artikel ist nur Mitgliedern der „Augenöffner” zugänglich!

Grundlagen: Belichtung „to the right”

Histogramm zum Bild „Winter #7146”

In der Beschreibung der Ausarbeitung des Bildes „Winter #7146” habe ich erwähnt, dass ich mir angewöhnt habe „to the right” (also „nach rechts”) zu belichten um möglichst gutes Datenmaterial für die digitale Entwicklung zu bekommen. Was das bedeutet, soll nun hier beschrieben werden.

Ein Kamerasensor zeichnet Helligkeitstonwerte (die Luminanz) nicht linear auf. Es wird wesentlich mehr „Platz” in einer Bilddatei für die helleren Töne bereit gehalten, als für die dunklen. Will man also das Beste aus seiner Aufnahme herausholen fotografiert man nicht JPGs, sondern im RAW-Format, und belichtet so hell wie nur irgendwie möglich, ganz unabhängig davon, wie hell man oder frau das Bild dann schließlich haben möchte.
RAW-Bilder müssen erst „entwickelt” werden. Sie haben feinere Abstufungen als JPGs (mindestens 68.719.476.736 Stufen gegenüber 16.777.216 Stufen bei JPG) und das bedeutet, dass man viel mehr Spielraum in der Ausarbeitung hat, als bei Eingriffen in JPG-Dateien, bevor unschöne Artefakte wie z.B. Tonwertabrisse auftreten. Was heißt nun „so hell wie möglich belichten”? Weiterlesen 

Die Entstehungsgeschichte der Kompassbilder

Angeregt durch eine Fotografie im letzten Pink Floyd-Album sah ich mir einen vor zwei Jahren gefundenen, alten Kompass, genauer an. Ich fand, er wäre ein gutes Fotomotiv. Seine Formen wollte ich möglichst klar darstellen. Er durfte ruhig alt aussehen und wurde daher auch nicht gereinigt. Beleuchtet habe ich mit einem einzigen entfesselten Systemblitz, allerdings durch einen Durchlichtschirm hindurch, von ca. 5/150/45 (= 5 Uhr, also von rechts hinten/150 cm Abstand Blitz-Objekt/45 cm Abstand „Boden”, d.h. Motivbasis zur Mitte des Leuchtmittels). Der Kompass, richtiger: die Bussole, stand in einer Hintergrund-Hohlkehle im selbst gebauten Ministudio.

Dieses Ministudio ist eine einfach, fast kostenlos zu bauende Vorrichtung, die weiches Licht und einen nahtlosen Hintergrund ermöglicht und sich bei mir sehr bewährt hat. Ich bin beim Bau der Anleitung von Robert Tschetschonig gefolgt: www.tux-buster.com/?p=3321
Ergänzung 4.1.2018: Diese Anleitung ist nicht länger online, wie ich zufällig bemerke. Aber sie war recht ähnlich wie folgende: Do it yourself Softlightbox

Man sieht schon an der Blende: Ich war bemüht, einen möglichst großen Schärfebereich einzufangen. Dazu gleich mehr.

Zur Entwicklung in Lightroom gibt’s nicht viel zu sagen. Der automatische Weißabgleich der Kamera wurde korrigiert. Fotografiert man „digitale Negative”, also im RAW-Format der jeweiligen Kamera, dann ist das problemlos und verlustfrei möglich. Im Folgenden die Grundeinstellungen:

Die Grundeinstellungen zu „Kompass #7321”

Die Gradationskurve blieb diesmal linear (also unwirksam), zusätzlich wurde noch ein bisschen entrauscht. […]

Der vollständige Artikel ist nur Mitgliedern der „Augenöffner” zugänglich!

Wie die „Zimmerpflanzen”-Bilder entstanden

Licht kann man nicht sehen, nur seine Interaktion mit Materie ist sichtbar. Man kann leuchtende Körper sehen, aber nicht Lichtstrahlen selbst, außer sie treffen auf Materie, wie z.B. Nebel. Der Ort der Wechselwirkung von Licht und Materie ist sichtbar, aber weder Licht, noch Materie alleine. Interessant, nicht? –

Die beiden Bilder im Beitrag „Sehnsucht nach Licht” zeigen den Blick auf die durch einen Vorhang strahlende Sonne. Davor eine Zimmerpflanze, ihr zugewendet. Diese Stimmung wollte ich nicht stören und nahm daher kein künstliches Licht zu Hilfe. Die passende Belichtung ist neben der RAW-Entwicklung der wichtigste Punkt in der technischen Umsetzung.

Die Aufnahme wurde mit Offenblende gemacht um die duftige Stimmung durch einen weichen Hintergrund darzustellen.

Ich habe mir seit vielleicht zwei Jahren angewöhnt, die Belichtung nur mehr durch Spotbelichtungsmessung zu ermittlen. Das funktioniert mit dem kamerainternen Belichtungsmesser und einem Zoomobjektiv recht gut. Bei diesem Motiv nahm ich ein Ausfressen der Lichter nicht nur in Kauf, ich wollte sogar die Überstrahlung ins Bild bekommen. Daher ist meine übliche „to the right”-Technik (hellste Stelle messen, 7/3 Blenden überbelichten) hier nur adaptiert angebracht. Mit der Zeit aber bekommt man ein recht verlässliches Gefühl für die angebrachte Abweichung von der Belichtungsmessung, und so war schon die zweite Aufnahme zufriedenstellend, was die Kontrolle der „blinkenden Lichter” und der Histogramme der einzelnen Kanäle am Kameradisplay anzeigte. […]

Der vollständige Artikel ist nur Mitgliedern der „Augenöffner” zugänglich!

Augenöffner

Subhash: „Auge #9071”

Fotografie kann einem die Augen öffnen. Genaueres Hinschauen, ein aufmerksameres Sehen nahebringen. Sie kann das Leben bereichern. Unsere Vorstellungskraft stärken, unsere Phantasie anregen.

Im Mitgliederbereich der photosophischen Anschauungen wird das Augenöffnen gepflegt. Handwerk vermittelt und Inspiration weitergegeben. Zu vielen der von mir ab Februar ’15 neu veröffentlichten Fotos eine kurze illustrierte Entstehungsgeschichte lesen, hin und wieder Extrabeiträge nur für Mitglieder. (Die blauen Überschriften bezeichnen Beiträge des Mitglieder-Bereiches.) Die Möglichkeit, auch einmal nachzufragen, sich vielleicht ein besonderes Thema zu wünschen, manchmal Fotos oder (Foto-) Bücher zu besprechen, außergewöhnliche Websites zu finden.

Inspiration bekommen, lebendiger fotografieren, begeistert werden.
Mitglied werden.
Weiterlesen 

Wie „Dächer #7286” entstand

Das Alltägliche auf erfrischend neue Art sehen, ist die Absicht hinter meinen Fotografien. Für die Fotografie „Dächer” hatte ich ein sehr flächiges, komprimiertes Bild im Sinn, das nach einem Teleobjektiv verlangte. Der Ausschnitt ergab sich einerseits aus der Beschränkung der freien Sicht und andrerseits aus der Harmonie des Goldenen Schnitts. Ablenkendes musste wegretuschiert, der Himmel etwas abgedunkelt werden und das strahlende Winterwetter im Bild zur Geltung kommen. Das Ausgangsbild sah so aus: […]

Der vollständige Artikel ist nur Mitgliedern der „Augenöffner” zugänglich!

„Winter” Making Of

Das Bild „Winter #7146” entstand bei einem Spaziergang über die verschneiten Felder. Das Motiv war nicht geplant, sondern hat mich „gerufen”, und ich habe schnell und spontan reagiert. Das Vernehmen dieses „Rufens” setzt eine gewisse Empfänglichkeit des bzw. der Fotografierenden voraus. Ist man zu sehr in Gedanken oder auf seine fotografischen Absichten fixiert, übersieht man leicht diese unerwarteten Motive. Eine gewisse meditativ-gedankenlose Haltung ist also von Vorteil.

Die Aufnahme selbst und die Ausarbeitung stellen gewisse Ansprüche, will man die diffizilen Tonabstufungen des Schnees wiedergeben. Hier das Ausgangsbild: Weiterlesen