{"id":934,"date":"2011-12-22T17:04:53","date_gmt":"2011-12-22T16:04:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/?p=934"},"modified":"2011-12-22T17:04:53","modified_gmt":"2011-12-22T16:04:53","slug":"vivian-maier-kunst-des-alltaeglichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/vivian-maier-kunst-des-alltaeglichen\/","title":{"rendered":"Die Kunst des Allt\u00e4glichen"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h2 style=\"margin-top: 1em; font-size: 1.3em;\">Oder: Wenn die Sch\u00f6nheit auf der Stra\u00dfe liegt<\/h2>\n<p id=\"a_svm\" >Es sind die Geschichten aus denen Legenden entstehen, vom Leben besser geschrieben als es jede Autorin und jeder Autor k\u00f6nnte. Ein Sammler kauft auf einer Auktion einige Kisten samt Inhalt und entdeckt darin zehntausende nicht ausgearbeitete Fotonegative. Diese wiederrum entpuppen sich bald als das Oevre einer der begabtesten&nbsp;\u2013 bisher allerdings v\u00f6llig unbekannten&nbsp;\u2013 Photographin der sogenannten \u201e<span lang=\"en\">Street Photography<\/span>\u201d. Die Sch\u00f6pferin dieser Bilder arbeitete zu Lebzeiten als Kinderm\u00e4dchen und verarmte im Alter v\u00f6llig. Ihre in der Qualit\u00e4t mit Diane Arbus oder Weegee vergleichbaren Arbeiten hat sie nie auch nur im kleinen Rahmen ausgestellt oder ver\u00f6ffentlicht. Sie stirbt ohne von der Fachwelt beachtet worden zu sein 2009, kurz nach der \u201eEntdeckung\u201d der Arbeiten durch einen zun\u00e4chst ahnungslosen Immobilienmarkler. In den folgenden Monaten wird das Werk von Vivian Maier posthum auf der ganzen Welt ber\u00fchmt.<!--more--><\/p>\n<p id=\"a_usz\">Den Aufnahmen von Maier&nbsp;<sup><a href=\"#svm\">1)<\/a><\/sup> sieht man an, dass sie im Alltag und auf gleicher Augenh\u00f6he mit den abgebildeten Personen gemacht wurden. Dies verleiht ihnen eine ganz besondere Qualit\u00e4t, welche sie von anderen Fotografien&nbsp;\u2013 auch zu Lebzeiten ber\u00fchmter FotografInnen&nbsp;\u2013 unterscheidet. Hat man doch den Eindruck hier nicht naiv, aber doch sehr authentisch Einblick in den Alltag etwa ins New York der 1950er Jahre zu bekommen. Das zeigt sich sehr sch\u00f6n an der virtuos komponierten unbetitelten Strassenszene&nbsp;<sup><a href=\"#usz\">2)<\/a><\/sup> welche sie 1953&nbsp;\u2013 wohl von einer New Yorker Stadtbahnstation aus&nbsp;\u2013 gemacht hat.  Oder aber an dem im Folgejahr (?) entstandenen Bild, das f\u00fcnf Kinder vor einem <span lang=\"en\">Grocery-Store<\/span> zeigt.&nbsp;<sup><a href=\"#usz\">3)<\/a><\/sup> Besonders gelungen ist bei dieser Aufnahme, dass die kleinen M\u00e4dchen (angesichts der Kamera) ein L\u00e4cheln aufsetzen, das die Models der hinter ihnen im Schaufenster stehenden Zigarettenwerbung zu zitieren scheint. In Maiers Werk sind Dinge und Menschen in einer Weise gezeigt, die weder Sensationslust noch \u00e4sthetizistische Komponiertheit, sondern schlicht die Sch\u00f6nheit und Vielfalt des (allt\u00e4glichen) Lebens widerspiegelt.<\/p>\n<p id=\"svm\">Bedenkt man, dass vor dem Tod Vivian Maiers&nbsp;\u2013 im Verh\u00e4ltnis zu ihrem immensen Oevre&nbsp;\u2013 kaum Abz\u00fcge ihrer Photos existierten und sie lange keine eigene Dunkelkammer besa\u00df, beeindruckt die Qualit\u00e4t der Aufnahmen besonders, gab es doch vor der Verbreitung der digitalen Photographie keine anderen M\u00f6glichkeiten die gemachten Bilder unverf\u00e4lscht zu betrachten oder sie gar zu bearbeiten. Da ihre Biographie leider zumindest bisher \u00fcber weite Strecken unerforscht ist, l\u00e4sst sich nicht sagen ob und wenn wie diese erstklassige Photographin versucht hat auch als solche wahrgenommen zu werden, dass Sie aber trotz des enormen Talents nicht zu Lebzeiten entdeckt wurde, <span id=\"usz\">zeigt<\/span> wie sehr ein selbstgef\u00e4lliges System, welches von wohlhabenden M\u00e4nnern und ihren Taten, nicht aber von sozialistischen Kinderm\u00e4dchen erz\u00e4hlt, oft an der Sch\u00f6nheit und jenen, die sie vermitteln k\u00f6nnen, vorbei agiert.<\/p>\n<p class=\"r\"><small><em>Wolfgang Pichler (<a href=\"\/chCounter070225\/refer.php?id=112\" title=\"zur Website von Wolfgang Pichler\">neuekunst.at<\/a>) schreibt regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr das <a href=\"\/chCounter070225\/refer.php?id=113\" title zum artmagazine\">artmagazine<\/a>.<\/em><\/small><\/p>\n<div class=\"fu\">\n<hr \/>\n<p>1) Die Website des K\u00e4ufers Ihres Werkes: <a href=\"http:\/\/www.vivianmaier.com\/\">vivianmaier.com<\/a>&nbsp;<a href=\"#a_svm\" title=\"zur\u00fcck nach oben\">&uarr;<\/a><br \/>\n2) Vivian Maier: <a href=\"http:\/\/www.vivianmaier.com\/gallery\/street-1\/#slide-7\">\u201eStra\u00dfenszene 1953\u201d<\/a>&nbsp;<a href=\"#a_usz\" title=\"zur\u00fcck nach oben\">&uarr;<\/a><br \/>\n3) Vivian Maier: <del>5 Kinder vor einem Grocery-Store<\/a><\/del> <em>Anmerkung Mai 2014: Dieses Bild konnte leider auf der Vivian-Maier-Website nicht mehr gefunden werden.<\/em>&nbsp;<a href=\"#a_usz\" title=\"zur\u00fcck nach oben\">&uarr;<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder: Wenn die Sch\u00f6nheit auf der Stra\u00dfe liegt Es sind die Geschichten aus denen Legenden entstehen, vom Leben besser geschrieben als es jede Autorin und jeder Autor k\u00f6nnte. 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