{"id":7640,"date":"2015-03-27T14:41:14","date_gmt":"2015-03-27T13:41:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/?p=7640"},"modified":"2015-03-27T14:41:14","modified_gmt":"2015-03-27T13:41:14","slug":"schaerfe-in-der-fotografie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/schaerfe-in-der-fotografie\/","title":{"rendered":"Grundlagen: Sch\u00e4rfe in der Fotografie"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<div class=\"fl_img_1\"><a  href=\"\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/lr-schaerfen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/lr-schaerfen-150x83.jpg\" alt=\"Eingangssch\u00e4rfung in Adobe Lightroom (dort 100%-Ansicht)\" width=\"150\" height=\"83\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-7680\" srcset=\"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/lr-schaerfen-150x83.jpg 150w, https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/lr-schaerfen-513x286.jpg 513w, https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/lr-schaerfen-1200x670.jpg 1200w, https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/lr-schaerfen.jpg 1220w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"bu\">Eingangssch\u00e4rfung in Lightroom<\/p>\n<\/div>\n<p id=\"a_hka\" >Sch\u00e4rfe ist heutzutage eine heilige Kuh. Das war nicht immer so und hat meines Erachtens nach weltanschauliche Gr\u00fcnde. Die Haltung, dass viel Information per se w\u00fcnschenswert sei und zu einer besseren Ann\u00e4herung an die als objektiv vorhanden vorgestellte Wirklichkeit f\u00fchre (und \u201ebesser\u201d wird heute letztlich mit \u201eprofitabler\u201d gleich gesetzt), bringt mit sich, dass Detailreichtum und scharfe Abgrenzung in einer Fotografie gesch\u00e4tzt werden. Diese wird ja landl\u00e4ufig eher als Abbild der Wirklichkeit empfunden, denn als Darstellung der Kommunikation zwischen Ich und Welt oder als Reaktion der Fotografin oder des Fotografen auf einen bestimmten Kontext, in dem das Bild entstanden ist. Dazu kommt noch eine gewisse Faszination der Technik gegen\u00fcber, die manchmal bis hin zum Wunsch nach einer Herrschaft von Experten f\u00fchrt, weil man sich dadurch \u201eein besser funktionierendes Leben\u201d verspricht.<\/p>\n<p >Dem gegen\u00fcber lie\u00df der Piktoralist Heinrich K\u00fchn ein Weichzeichner-Objektiv bauen, das den von ihm als l\u00e4stig empfundenen Detailreichtum m\u00f6glichst unterdr\u00fcckte und nicht zu scharf zeichnete. Es wurde bis in die 1990er-Jahre von der Firma Rodenstock als \u201eImagon-Tiefenbildner\u201d hergestellt<sup>&nbsp;<a  href=\"\/fotoblog\/schaerfe-in-der-fotografie\/#hka\">1)<\/a><a style=\"display: none;\" href=\"#hka\">1)<\/a><\/sup>: Was heute als nahezu unwidersprochenes Qualit\u00e4tskriterium gilt, kann also ebenso als Oberfl\u00e4chlichkeit, ja, als Makel empfunden werden.<\/p>\n<p >Um die Vorteile der Unsch\u00e4rfe soll es in diesem Artikel aber nicht gehen, sondern ganz zeitgeistig darum, wie man in der Ausarbeitung einer RAW-Aufnahme eine m\u00f6glichst gro\u00dfe, dabei aber harmonische Sch\u00e4rfe erreicht.<!--more--><\/p>\n<div style=\"display: none; margin: 1em 0 1.3em; border: 1px dotted #aaa; padding: 0 1.3em 0.5em; font-style: italic !important; font-size: 0.95em;  color: #000; background-color: #eee;\">\n<p>Dieser Artikel ist ein frei zug\u00e4ngliches Beispiel f\u00fcr den Mitgliederbereich.<br \/>\n<strong>Inspiration bekommen, lebendiger fotografieren, begeistert werden.<br \/>\n<a style=\"display: block; text-align: right;\" href=\"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/augenoeffner#rememberme\" title=\"\u201eAugen\u00f6ffner\u201d beitreten\">Mitglied werden.<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p>Die Sch\u00e4rfung einer RAW-Fotografie gliedert sich in drei Schritte: <em>Eingangssch\u00e4rfung, kreative Sch\u00e4rfung, Ausgangssch\u00e4rfung.<\/em> (Verarbeitet man&nbsp;\u2013 notgedrungen&nbsp;\u2013 ein JPG, f\u00e4llt die Eingangssch\u00e4rfung weg.)<\/p>\n<p id=\"nlm\">Es versteht sich von selbst, dass die Vorbedingung f\u00fcr ein perfekt scharfes Bild eine <em>m\u00f6glichst scharfe Aufnahme ist.<\/em> Exakter Fokus, genaue Setzung der Tiefensch\u00e4rfe, kurze Belichtungszeit, Stativ, im Idealfall noch dazu die optimale Blende f\u00fcr das gew\u00e4hlte (gute) Objektiv: Das sind die Grundlagen der Sch\u00e4rfe. Nat\u00fcrlich mache auch ich nicht jede Aufnahme mit Stativ (aber viele, vielleicht zwei Drittel), und es ist ja auch nicht bei jeder Aufnahme die optimale Sch\u00e4rfe w\u00fcnschenswert, aber besonders bei Tele-Brennweiten ist das Stativ eine wirkliche Hilfe, strebt man perfekte Sch\u00e4rfe an.<\/p>\n<h3>Eingangssch\u00e4rfung<\/h3>\n<p>Bedingt durch die Art wie ein heutiger Kamera-Sensor Information aufnimmt, sind Rohdaten nie wirklich scharf. Fotografiert man JPGs (was man, wenn man h\u00f6chste Qualit\u00e4t erreichen m\u00f6chte, tunlichst unterl\u00e4sst), dann sch\u00e4rft schon die Kamera; automatisch, blind und weitgehend \u00fcber einen Kamm geschoren. RAW-Daten lade ich in Lightroom, das sofort ein von mir erstelltes Preset an Grundeinstellungen anwendet. Alle Einstellungen lassen sich nat\u00fcrlich sp\u00e4ter \u00e4ndern. Es ist ja auch nicht gleichg\u00fcltig, ob man eine Landschaftsaufnahme, ein Portrait oder eine Makro-Aufnahme verarbeitet. In Photoshop hatte ich eine Aktion f\u00fcr meinen Arbeitsablauf geschrieben und ihn auf diese Weise beschleunigt. \u00c4hnliches l\u00e4sst sich wohl in jedem Programm, das einigerma\u00dfen f\u00fcr die Bildausarbeitung brauchbar ist, erreichen.<br \/>\nDie Eingangssch\u00e4rfung wird sehr moderat vorgenommen. In Lightroom und Adobe Camera Raw (ACR) von Photoshop findet man die Einstellungen f\u00fcr die Eingangssch\u00e4rfung unter <em>\u201eDetails\u201d.<\/em> Der \u201eRadius\u201d steht immer unter 1 Pixel, f\u00fcr den Anfang vielleicht sogar nur auf 0,5. Die St\u00e4rke liegt bei mir auf vielleicht 35 bis 50 von 150 Werteschritten, die Details auf 65 (von 100), \u201eMaskieren\u201d auf 66 (von 100). Gerade die letzten beiden Werte sollten bei Bedarf moderiert werden. Man mag vielleicht nicht jede Hautpore eines Portraits scharf zeichnen (geringere Werte f\u00fcr \u201eDetail\u201d, h\u00f6here f\u00fcr \u201dMaskieren\u201d verwenden), oder man will in einer Landschaftsaufnahme jeden Grashalm scharf zeichnen (vor allem \u201eMaskieren\u201d herabsetzen).<br \/>\nAuch \u201eKlarheit\u201d und erh\u00f6hter Kontrast (beide in den <em>\u201eGrundeinstellungen\u201d)<\/em> erzeugen den Eindruck von Sch\u00e4rfe. Standardm\u00e4\u00dfig stehen sie bei mir auf +12 bzw. auf +10. Auch hier wird man bei einem Portrait wahrscheinlich niedere Werte bevorzugen.<br \/>\nEin Wort sei zur <em>Rauschreduzierung<\/em> (unter \u201eDetails\u201d) gesagt: Stellt man sie unn\u00f6tig hoch ein, vermindert sich der Sch\u00e4rfeeindruck, ja, es gibt Motive, bei denen ein Hinzuf\u00fcgen von \u201edigitalem Korn\u201d (unter \u201eEffekte\u201d) ihn sogar erh\u00f6ht.<\/p>\n<h3>Kreative Sch\u00e4rfung<\/h3>\n<p>Hier geht\u2019s darum, bildwichtige Bereiche nachzusch\u00e4rfen, andere vielleicht sogar weich zu zeichnen. In Lightroom und Photoshops ACR funktioniert das mit dem <em>\u201eKorrekturpinsel\u201d,<\/em> der eine Einstellung f\u00fcr Sch\u00e4rfe (und Klarheit) zul\u00e4sst. In Photoshop selbst kann man die Hintergrundebene duplizieren, scharf zeichnen per <em>\u201eUnscharf maskieren\u201d<\/em> (hier ist \u201eSchwellenwert\u201d bei rauschenden Bildern rauf zu setzen, vielleicht auf den Wert 3) und dann auf diese Ebene eine Maske anwenden, die man vorerst v\u00f6llig schwarz h\u00e4lt (also keine Wirkung zul\u00e4sst) und dann mit einem wei\u00dfen Pinsel mit verminderter Deckkraft auf ihr jene Bereiche freilegt, auf die die Sch\u00e4rfung wirken soll.<\/p>\n<h3>Ausgangssch\u00e4rfung<\/h3>\n<p>Ein schwieriges Thema, denn man kann keine pauschalen Werte angeben. Druckt man ein A4-gro\u00dfes Bild auf Fotopapier, einen FineArt-Print auf A2, erstellt man eine Version f\u00fcrs Internet in 1024&nbsp;x 768&nbsp;px, f\u00fcr den Offsetdruck, einen Beamer, ein Plakat: Jedes Mal sind andere Werte optimal. Ein paar Dinge kann man aber doch raten, Expert*in wird man dann durch Erfahrung und Geduld. Mir sind die Angaben zur Sch\u00e4rfung in Lightroom zu vage und die Einstellungsm\u00f6glichkeiten zu wenig, daher verwende ich ein <em>Plugin,<\/em> das mir unter anderem eine Sch\u00e4rfung durch \u201eUnscharf maskieren\u201d wie in Photoshop erlaubt: <a href=\"http:\/\/www.photographers-toolbox.com\/products\/lrmogrify2.php\" title=\"zur Plugin-Webseite\">LR\/Mogrify&nbsp;2<\/a><br \/>\n<a class=\"np\" href=\"\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/lr-mogrify-schaerfen.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/lr-mogrify-schaerfen-513x143.gif\" alt=\"Sch\u00e4rfen mit LR\/Mogrify 2\" width=\"513\" height=\"143\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7687\" srcset=\"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/lr-mogrify-schaerfen-513x143.gif 513w, https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/lr-mogrify-schaerfen-150x41.gif 150w, https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/lr-mogrify-schaerfen.gif 703w\" sizes=\"auto, (max-width: 513px) 100vw, 513px\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Internet, Mailanhang:<\/strong> Nehmen wir eine Gr\u00f6\u00dfe von 1024&nbsp;x 768&nbsp;px und eine mittlere Detailfeinheit an, so w\u00fcrde ich folgende Werte f\u00fcr \u201eUnscharf maskieren\u201d empfehlen: Radius 0,4 bis 0,8; (in LR\/Mogrify&nbsp;2 kommt noch \u201eSigma\u201d dazu, da verwende ich einen Wert, der ziemlich nahe an den Radius kommt); St\u00e4rke etwa 60 (das entspricht bei Mogrify 0,6); Schwellenwert 0 (wenn das Original wenigstens 10&nbsp;Mio. Pixel hat und nicht stark rauscht). Will man vermeiden beispielsweise Falten zu stark zu betonen, kann man den Schwellenwert auch entsprechend erh\u00f6hen.<br \/>\n<strong>Inkjet- und Offset-Druck<\/strong> (Faustregel): Die Aufl\u00f6sung in ppi wird durch 150 dividiert, der erhaltene Wert ist der ungef\u00e4hre Radius der Sch\u00e4rfung (\u201eSigma\u201d in Mogrify wieder nahe an diesem Wert). St\u00e4rke bis zu 150, je nach Motiv und Ausgabemedium (raues und mattes Papier vertr\u00e4gt h\u00f6here Werte als gl\u00e4nzendes). Der Schwellenwert sollte so eingestellt werden, dass das Ergebnis keine unerw\u00fcnschten Details z.B. der Haut betont und auch nicht stark rauscht. Leichtes Rauschen ist durchaus in Ordnung und wird im Druck nicht mehr gesehen.<\/p>\n<p id=\"hka\">Die digitale Behandlung der Sch\u00e4rfe ist ein weites Feld, hier wurden nur die wichtigsten Punkte behandelt. <a href=\"http:\/\/www.dslr-forum.de\/showthread.php?t=57525\">Ein weitaus ausf\u00fchrlichere Beschreibung<\/a> wurde von Scorpio im DSLR-Forum ver\u00f6ffentlicht. Ich empfehle sie zu studieren.<\/p>\n<p id=\"hka\" style=\"display: none;\"><em>Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, k\u00f6nnte eine <a href=\"\/fotoblog\/augenoeffner\">Mitgliedschaft bei den \u201eAugen\u00f6ffnern\u201d<\/a> f\u00fcr Sie das Richtige sein. Dort wird nicht nur \u00fcber Technik gesprochen, auch die \u201eSeele\u201d der Fotografie soll nicht zu kurz kommen. Jede*r mit Interesse ist willkommen, unabh\u00e4ngig vom Kenntnisstand. Hier eine \u00dcbersicht bisher erschienener Artikel der \u201eAugen\u00f6ffner\u201d: <a href=\"\/fotoblog\/tag\/mitglieder\">Mitgliederbereich<\/a><\/em><\/p>\n<div class=\"fu\">\n<hr \/>\n<p>1) \u201eHeinrich K\u00fchn \u2013 Die vollkommene Fotografie\u201d (2010, Albertina Wien, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern)&nbsp;<a href=\"#a_hka\" title=\"zur\u00fcck nach oben\">&uarr;<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel beschreibt, wie man in der Ausarbeitung einer RAW-Aufnahme eine m\u00f6glichst gro\u00dfe und dabei harmonische Sch\u00e4rfe erreicht. <a href=\"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/schaerfe-in-der-fotografie\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_wp_rev_ctl_limit":""},"categories":[13,3,4,6],"tags":[52,82,96,99,130,135],"class_list":["post-7640","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-eigene-bilder","category-mitgliederbereich","category-philosophie","category-tutorials","tag-handwerk","tag-mitglieder","tag-philosophie","tag-piktoralismus","tag-theorie","tag-tutorial"],"aioseo_notices":[],"views":9129,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7640","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7640"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7640\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7640"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7640"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7640"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}