{"id":4724,"date":"2013-03-23T12:18:52","date_gmt":"2013-03-23T11:18:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/?p=4724"},"modified":"2023-08-31T19:26:05","modified_gmt":"2023-08-31T17:26:05","slug":"wie-ist-das-mit-dem-tod","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wie-ist-das-mit-dem-tod\/","title":{"rendered":"Wie ist das mit dem Tod?"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p >Der Tod ist etwas Erschreckendes: Das Nicht-mehr-Sein, das Nie-wieder-Sein oder f\u00fcr gl\u00e4ubige Juden, Christen, Muslime: das Einander-erst-nach-dem-eigenen-Tod-Wiedersehen, das verst\u00f6rt einen. Wir wissen zwar normalerweise nicht aus eigener Erinnerung, was und wo wir waren, <em>bevor<\/em> wir waren, aber das hindert uns nicht daran, erschreckt zu sein \u00fcber das Nichtwissen dar\u00fcber, wo wir <em>sein werden,<\/em> wenn wir nicht mehr sein werden.<br \/>\n<a class=\"np\" href=\"\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/la_flor_muerta_4795-808.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/la_flor_muerta_4795-808-513x384.jpg\" alt=\"Subhash: \u201eLa flor muerta\u00bb\" title=\"\u00a1Clicar para expandir!\" width=\"513\" height=\"384\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4725\" srcset=\"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/la_flor_muerta_4795-808-513x384.jpg 513w, https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/la_flor_muerta_4795-808-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/la_flor_muerta_4795-808.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 513px) 100vw, 513px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"bu\">\u00abLa flor muerta\u00bb<\/p>\n<p class=\"bu\" style=\"margin-top: 0 !important; text-align: justify !important;\">Technische Daten: Olympus E-5, Zuiko 50 mm Makro, f\/11, 1\/6 sec, ISO 200, Stativ, Spiegelvorausl\u00f6sung, Infrarotausl\u00f6ser, Focus stacking (Tiefensch\u00e4rfen-Erweiterung) mit 14&nbsp;Einzelaufnahmen<\/em><!--more--><\/p>\n<p>Idyllisch wird oft schwadroniert: <em>\u201eDie Bl\u00fcte muss absterben, damit die Pflanze Frucht tragen kann.\u201d&nbsp;&ndash;<\/em> Manches Mal stirbt dann allerdings auch gleich die ganze Pflanze; das klassische Beispiel ist Getreide. (Wobei dann der Bauer bildlich als Sensenmann, als Tod, dargestellt wird, der er ja gar nicht ist, denn geerntet wird doch erst, wenn die Pflanze schon d\u00fcrr ist.)<br \/>\nBei den Menschen w\u00e4ren demnach die eigenen Kinder die Fr\u00fcchte.&nbsp;&ndash; Hmm. Tr\u00f6stet das?&nbsp;&ndash; Es bleibt etwas von mir \u00fcber: die Kinder. Oder es bleibt etwas von dem geliebten Menschen: seine Kinder.&nbsp;&ndash; Na, ich wei\u00df nicht! Manchmal kann ich seine Kinder aber gar nicht leiden, w\u00e4hrend er mir viel bedeutet hat. Kinder sind auch nicht Ersatz f\u00fcr beispielsweise einen verstorbenen Partner&nbsp;&hellip;<br \/>\nWie also ist das jetzt mit dem Tod?&nbsp;&ndash; Da ist etwas oder jemand, und pl\u00f6tzlich nicht mehr.&nbsp;&ndash; Stimmt das \u00fcberhaupt? Was war denn da und dann kurz darauf nicht mehr?&nbsp;&ndash; Ebenso wie die Bl\u00fcte welk wird, bevor sie abf\u00e4llt, und davor in voller Pracht stand und davor im Erbl\u00fchen und davor als Knospe vorhanden war und davor als M\u00f6glichkeit, Ahnung, Hoffnung; ebenso ist da <em>nicht<\/em> einfach jemand, der dann nicht mehr ist. Dieses Ich&nbsp;&hellip; ist eine nicht aufrecht zu erhaltende Illusion, meint <a href=\"\/fotoblog\/und-ich-werde-gehen\">Ernst Mach<\/a>. Es \u00e4ndert sich st\u00e4ndig und nur die (befristete) Kontinuit\u00e4t mancher Eigenschaften und die nur langsame \u00c4nderung anderer gaukelt Best\u00e4ndigkeit vor.<br \/>\nEs gibt gar keine feste Person, kein festes Wesen, das lebt und dann stirbt. Vielleicht ist unsere Vorstellung von diesem Wesen festgef\u00fcgt, aber das Wesen selbst ist es nicht. Was stirbt, ist vor allem unsere Vorstellung. Das Aufschieben wird pl\u00f6tzlich uneinl\u00f6sbar, die Vorstellung, es ginge immer so weiter und es w\u00e4re noch Zeit, wird abgel\u00f6st von der Vorstellung des Nie-Wieder und der Keiner-Zeit.<br \/>\nAber wie Ernst Mach betont, sind unsere Wesensz\u00fcge nicht individuell, sondern in vielen anderen Wesen ebenso vorhanden. Die Zusammenstellung mag einmalig sein, die Elemente sind es nicht. So wie der K\u00f6rper zerf\u00e4llt und mit der Zeit Teil andere K\u00f6rper wird, so zerf\u00e4llt die Person und war doch schon immer auch aufgeteilt auf andere Wesen. Der Tod ist haupts\u00e4chlich Vorstellung, das Ende der (eingebildeten) Kontinuit\u00e4t.<\/p>\n<blockquote><p>Was wir am Tode so sehr f\u00fcrchten, die Vernichtung der Best\u00e4ndigkeit, das tritt im Leben schon in reichlichem Ma\u00dfe ein.<br \/>\n[\u2026]<br \/>\nDas <em>physiologische<\/em> Sterben wird durch solche \u00dcberlegungen nat\u00fcrlich nicht erleichtert.<\/p>\n<p class=\"credits\">(Ernst Mach: \u201eDie Analyse der Empfindungen\u201d,<br \/>\nKapitel \u201eAntimetaphysische Vorbemerkungen\u201d)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir wissen zwar normalerweise nicht aus eigener Erinnerung, was und wo wir waren, bevor wir waren, aber das hindert uns nicht daran, erschreckt zu sein \u00fcber das Nichtwissen dar\u00fcber, wo wir sein werden, wenn wir nicht mehr sein werden. <a href=\"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wie-ist-das-mit-dem-tod\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_wp_rev_ctl_limit":""},"categories":[13,4],"tags":[45,88,89,96,131],"class_list":["post-4724","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-eigene-bilder","category-philosophie","tag-focus-stacking","tag-nahaufnahme","tag-natur","tag-philosophie","tag-tod"],"aioseo_notices":[],"views":8356,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4724","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4724"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4724\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16274,"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4724\/revisions\/16274"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4724"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4724"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4724"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}