{"id":3870,"date":"2012-09-28T06:54:18","date_gmt":"2012-09-28T04:54:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/?p=3870"},"modified":"2012-09-28T06:54:18","modified_gmt":"2012-09-28T04:54:18","slug":"ehre-deinen-fotografen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/ehre-deinen-fotografen\/","title":{"rendered":"Ehre (und bezahle) deinen Fotografen"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"np\" href=\"\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/respect_your_photographer.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-3871\" style=\"margin-left: auto; margin-right: auto;\" title=\"Anklicken zum Vergr\u00f6\u00dfern!\" src=\"\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/respect_your_photographer-366x550.gif\" alt=\"Respect your Photographer\" width=\"366\" height=\"550\" srcset=\"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/respect_your_photographer-366x550.gif 366w, https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/respect_your_photographer-150x225.gif 150w, https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/respect_your_photographer.gif 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><\/a><\/p>\n<p >Dieses Plakat ist ein Fundst\u00fcck aus dem Internet. Nun, so schlimm wie darauf behauptet ist es hier in \u00d6sterreich gl\u00fccklicherweise nicht, oder?&nbsp;&ndash; &hellip;&nbsp;Oder ist es f\u00fcr manche zum Teil gar <em>noch<\/em> schlimmer?<!--more--><\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"c\">Berufsfotografen verbringen durchschnittlich<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Dem stelle ich einmal meinen Aufwand als K\u00fcnstlerischer Fotograf gegen\u00fcber (nat\u00fcrlich auch nur eine Sch\u00e4tzung):<\/p>\n<blockquote>\n<ul>\n<li>mehr als 1 Stunde mit Vorbereitung (eMails, Besprechungen, usw.),<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p>Ein wesentlicher Unterschied zwischen K\u00fcnstler*in und Unternehmer*in ist, dass jene*r f\u00fcr gew\u00f6hnlich ohne Auftrag arbeitet. Es gibt also keinen Mailverkehr oder Besprechungen mit Kunden*innen im voraus. Dass ein k\u00fcnstlerisches Projekt aber oft monatelange Vorbereitung beansprucht, ist wohl einsichtig. Aber auch manche Berufsfotograf*innen m\u00fcssen sich so ausf\u00fchrlich vorbereiten. (Man denke nur an aufw\u00e4ndige Reportagen.)<\/p>\n<blockquote>\n<ul>\n<li>1 &#8211; 3 Stunden mit Aufnahmen,<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p>Meine pers\u00f6nlicher Zeitaufwand f\u00fcr eine in der Anzahl der Bilder vergleichbare Serie (siehe unten) betr\u00e4gt 4,5&nbsp;Stunden bis 3&nbsp;Wochen (und manchmal noch viel mehr).<\/p>\n<blockquote>\n<ul>\n<li>10\u00a0\u2013 30\u00a0Minuten mit Ausarbeitung pro Bild (4 bis 12 Stunden),<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p>(Die Angabe der Zeit in der Klammer l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass hier mit 24&nbsp;Bildern pro Fototermin bzw. Session gerechnet wird.)<br \/>\nIch lege Wert auf hohe Qualit\u00e4t und verwende zwischen 30&nbsp;Minuten und 3&nbsp;Tagen f\u00fcr die Ausarbeitung eines Bildes aus dem \u201edigitalen Negativ\u201d.<\/p>\n<blockquote>\n<ul>\n<li>mehr als 5 Stunden mit dem Rest (fahren, versenden, bestellen, verpacken, zustellen)<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p>Das kann ich einfach nicht sch\u00e4tzen. Ein Bild ist schnell per Mail versendet, aber ich verkaufe keine Bilder per Mail. Ein Blogbeitrag braucht schon einmal auch 4&nbsp;Stunden, aber ich verkaufe kaum Bilder \u00fcber mein Blog. Verpacken und Versenden habe ich noch nie berechnet, wie ich zugeben muss, aber nat\u00fcrlich ist auch das Arbeit, die ich aufwenden muss.<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"c\">pro Fototermin.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Fototermine im \u00fcblichen Sinn nehme ich nicht wahr. In der R\u00fcckschau l\u00e4sst sich vielleicht bestimmen, in welchem Abschnitt man ein Projekt geschaffen hat. <a href=\"\/fotoblog\/petragua\" title=\"Petragua\">\u201ePetragua\u201d<\/a> z.B. brauchte ca. 4&nbsp;Wochen bis die Serie fertig am Rechner lag, <a href=\"\/foto\/chromata_apo_tin_kriti.php\">\u00abChromata apo tin Kriti\u00bb<\/a> vielleicht 7&nbsp;Wochen. Ich sch\u00fcttle so etwas eben nicht aus dem \u00c4rmel; daran hindert mich mein Anspruch, der nicht die Wiederholung des Ewiggleichen akzeptiert. Gut, <a href=\"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/in-der-fremden-stadt\" title=\"In der fremden Stadt \u2026\">\u201eIn der fremdem Stadt&nbsp;&hellip;\u201d<\/a> entstand in vier Stunden (samt Anfahrt, Ausarbeitung und Bloggen), aber das ist auch nicht das, was ich unter K\u00fcnstlerischer Fotografie verstehe.<\/p>\n<blockquote><p>Sie investieren tausende Euros in Ausr\u00fcstung, Software und Requisiten und wenden unz\u00e4hlige Stunden auf um zu lernen wie man gute Bilder macht.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das kann man laut sagen! Ich bin wahrlich keiner, der immer das Neueste haben muss und seine Kamera (oder gar seinen Rechner) jedes Jahr wechselt, aber nat\u00fcrlich habe auch ich tausende Euros schon nur f\u00fcr die Ausr\u00fcstung ausgegeben, die ich derzeit tats\u00e4chlich benutze (und noch mehr f\u00fcr das, was inzwischen veraltet im Kasten liegt).<\/p>\n<blockquote><p>Urlaub und Krankenst\u00e4nde werden ihnen nicht bezahlt. Sie bekommen keine Zuschl\u00e4ge f\u00fcr hervorragende Arbeit oder Feiertage. Sie haben keine Krankenversicherung oder irgendwelche Verg\u00fcnstigungen und 35% ihrer Einnahmen gehen direkt an die Steuer.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich bin kranken- und pensionsversichert (ca. 24&nbsp;% vom Einkommen vor Steuern), allerdings nicht aufgrund meiner k\u00fcnstlerischen T\u00e4tigkeit. Wie schwer das aber f\u00fcr so manche*n K\u00fcnstler*in ist, kann man <a class=\"fancybox-iframe\" href=\"http:\/\/www.igbildendekunst.at\/service\/sozialversicherung.htm\">hier<\/a> nachlesen. Arbeitslosen-, Urlaubs- und Weihnachtsgeld bekomme ich nicht, und l\u00e4ngere Zeit darf ich nicht krank werden, das w\u00e4re mein Ruin. Was die Steuer betrifft, so sind in \u00d6sterreich ungef\u00e4hr die ersten 11.000&nbsp;&euro; im Jahr steuerfrei, dann setzt die Einkommensteuer ein und zwar mit 36,5&nbsp;% f\u00fcr den Einkommensteil von 11.000 bis 25.000&nbsp;&euro;. Bis 60.000&nbsp;&euro; sind\u2019s 43,2134&nbsp;% und dar\u00fcber 50&nbsp;%.<br \/>\n<small>(\u00dcbrigens: Kein Mensch zahlt in \u00d6sterreich 50&nbsp;% Steuern, das behaupten nur Leute, die in den Grundrechnungsarten nicht ganz sattelfest sind, oder solche, die die Sozialversicherung auf die Steuer aufschlagen. Sie m\u00fcssen schon <em>unendlich viel<\/em> einnehmen um 50&nbsp;% Einkommensteuer zu bezahlen, denn Ihre ersten 11.000&nbsp;&euro; sind auch dann steuerfrei, wenn sie Einkommensmillion\u00e4r sind. Bekommen Sie genau 60.000&nbsp;&euro; im  Jahr, so betr\u00e4gt Ihr effektiver Steuersatz 33,725&nbsp;%. Sollte ich jemals so viel verdienen, werde ich mich dar\u00fcber sicher nicht beklagen.)<\/small><\/p>\n<blockquote><p>Verstehen Sie bitte, dass sie Gesch\u00e4ftsinhaber sind mit Liebe zur Fotografie, aber diese Liebe bezahlt ihre Rechnungen nicht.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nat\u00fcrlich nicht. Sie l\u00e4sst einem h\u00f6chstens das relativ karge Leben leichter nehmen. (Und das will ich wirklich nicht gering sch\u00e4tzen; ein gutes Einkommen ist kein Ersatz f\u00fcr einen verhassten Beruf.)<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"c\">Respektieren Sie Ihren Fotografen!<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Ein frommer Wunsch zu Zeiten inflation\u00e4rer Bilderflut, Handycams, Microstock-Agenturen, die Bilder um 1&nbsp;&euro; verscherbeln und \u00f6ffentlichen Stellen, die sich nicht scheuen, diese zu verwenden! Ganz zu schweigen von all den \u201eStudenten*innen\u201d (vielleicht sogar solchen mit elterlicher oder \u00f6ffentlicher Unterst\u00fctzung), die versprechen einen Foto-Auftrag schnell und billig zu erledigen, mit deren Produkten sich dann der oder die nachfolgende Grafiker*in gr\u00fcn und blau \u00e4rgern kann, weil der Kunde zwar knausrig aber inkompetent ist, was die Beurteilung der erforderlichen Qualit\u00e4t betrifft. (Und da spreche ich aus eigener Erfahrung!)<br \/>\nImmerhin k\u00f6nnte ein Poster wie dieses da oben vielleicht das Bewusstsein f\u00fcr die Arbeit einer Fotografin bzw. eines Fotografen sch\u00e4rfen. Eine gute Fotografie erfordert in beinahe jedem Fall mehr als sich hinzustellen und den Ausl\u00f6ser zu dr\u00fccken, das sollte dadurch schon klar werden.<br \/>\n<em>Zur (angestrebten) Finanzierung dieses Fotoblogs <a href=\"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/spenden\" title=\"Spenden f\u00fcr \u201eAnschauungen photosophisch\u201d\">siehe hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/flattr\" title=\"Flattr \u2013 Das unterst\u00fctzen, was man mag\">hier<\/a>.<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Plakat ist ein Fundst\u00fcck aus dem Internet. 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