{"id":1245,"date":"2012-01-23T05:00:30","date_gmt":"2012-01-23T04:00:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/?p=1245"},"modified":"2012-01-23T05:00:30","modified_gmt":"2012-01-23T04:00:30","slug":"glaube-nicht-dokumentation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/glaube-nicht-dokumentation\/","title":{"rendered":"Ich glaube nicht an Dokumentation"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<div class=\"fl_img_1\"><a href=\"\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/kunsthaus_fotoverwendung.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/kunsthaus_fotoverwendung-150x99.gif\" title=\"Die Fotos d\u00fcrfen ausschlie\u00dflich in der Berichterstattung \u00fcber o.g. Ausstellung im KUNST HAUS WIEN verwendet werden. [...] Auf Websites d\u00fcrfen die Fotos nur in niedriger Aufl\u00f6sung (72 dpi) verwendet werden und m\u00fcssen nach Ablauf der Ausstellung wieder entfernt werden.\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"99\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"font-size: 0.85em;\">(Fotos mussten leider nach Ende der Ausstellung entfernt werden)<!-- http:\/\/www.magnumphotos.com\/C.aspx?VP3=ViewBox_VPage&VBID=2K1HZOO89GCOK&IT=ZoomImage01_VForm&IID=2S5RYDI03U5H --><\/p>\n<\/div>\n<p >&lt;&nbsp;<em>Henri Cartier-Bresson: INDIEN. Kaschmir. Srinagar. 1948. Muslimische Frauen auf den H\u00e4ngen des Hari Parbal-H\u00fcgels beim Beten zur hinter dem Himalaya aufgehenden Sonne.<\/em><\/p>\n<p >Ich muss gestehen: Ich fange nicht besonders viel mit ihm an. Das hei\u00dft: <em>Ihn<\/em> kannte ich nicht, ich wei\u00df nicht, ob ich ihn gemocht h\u00e4tte, aber <em>seine Fotos,<\/em> die mag ich nicht so recht, jedenfalls bei weitem nicht so sehr, wie es mir die \u00fcbliche Rezeption nahelegen will. (Was durchaus gegen mich sprechen mag.)<!--more--><\/p>\n<p id=\"a_wkh\">Seine Bilder sind zweifellos gute Pressefotos, das hier oben links gezeigte sogar ein hervorragendes, und ich w\u00e4re froh, wenn sie den heutigen Standard vorgeben w\u00fcrden, aber sie ergreifen mich wenig und bleiben mir fremd. Sie haben keine dauerhafte Wirkung auf mich. Ich kann mich an keines seiner erst vor ein paar Tagen im <a href=\"http:\/\/www.kunsthauswien.com\/\" title=\"Zur Website des Kunsthaus Wien\">Wiener Kunsthaus<\/a> <sup><a href=\"#wkh\">1)<\/a><\/sup> gesehenen Bilder erinnern, das mich ann\u00e4hernd so ber\u00fchrt und meinen Glauben an die Kraft der Fotografie so gest\u00e4rkt h\u00e4tte wie manche Exponate der Heinrich K\u00fchn-Austellung der Wiener Albertina. Politisch gesehen ist mir sicherlich Henri Cartier-Bresson bei weitem n\u00e4her, aber seine hochgelobte Art zu fotografieren l\u00e4sst mich ziemlich kalt.<br \/>\nJa, manches Bild ist komisch, manches gut gesehen, aber wenn von den wunderbaren Bildkompositionen HCB\u2019s die Rede ist, dann wundere ich mich eher: Man kann von Schnappsch\u00fcssen nicht viel erwarten, aber oft erscheint eine Komposition \u00fcberhaupt nicht vorhanden zu sein. Und dem einen oder anderen Bild h\u00e4tte ein nachtr\u00e4glicher Beschnitt wirklich gut getan.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/kunsthaus_fotoverwendung.gif\" alt=\"Die Fotos d\u00fcrfen ausschlie\u00dflich in der Berichterstattung \u00fcber o.g. Ausstellung im KUNST HAUS WIEN verwendet werden. [...] Auf Websites d\u00fcrfen die Fotos nur in niedriger Aufl\u00f6sung (72 dpi) verwendet werden und m\u00fcssen nach Ablauf der Ausstellung wieder entfernt werden.\" title=\"\" width=\"513\" height=\"339\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1313\" srcset=\"https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/kunsthaus_fotoverwendung.gif 513w, https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/kunsthaus_fotoverwendung-150x99.gif 150w, https:\/\/www.subhash.at\/fotoblog\/wp-content\/uploads\/kunsthaus_fotoverwendung-453x300.gif 453w\" sizes=\"auto, (max-width: 513px) 100vw, 513px\" \/><\/p>\n<p class=\"bu\">(Fotos mussten leider nach Ende der Ausstellung entfernt werden)<!-- PAR45854 \u2013 USA. Texas. Uvalde. 1974. Speisewagen.\n\u00a9&nbsp;Henri Cartier-Bresson\/Magnum Photoshttp:\/\/www.magnumphotos.com\/C.aspx?VP3=ViewBox_VPage&VBID=2K1HZOO897POB&IT=ZoomImage01_VForm --><\/p>\n<blockquote class=\"clear\" style=\"margin-top: 2em;\">\n<p>Ich glaube nicht an die abstrakte Fotografie. Das w\u00e4re akademisch.<\/p>\n<p class=\"r\">(Henri Cartier-Bresson, sinngem\u00e4\u00df)<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Dieses Zitat aus einem Interview, das ich hoffentlich korrekt erinnere, war mir Anlass, meine Gedanken zu diesem Thema wieder einmal gleich an Ort und Stelle nieder zu schreiben:<\/p>\n<div id=\"a_ssf\" style=\"border: 1px dotted #666; padding: 0 1em;\">\n<p>Ich f\u00fcr meinen Teil glaube nicht an die dokumentarische Fotografie. Das w\u00e4re naiv. Fotografie kann&nbsp;\u2013 wie andere Medien auch&nbsp;\u2013 Wirklichkeit nicht dokumentieren. Sie <em>ist<\/em> Wirklichkeit. Sie zeigt nicht, was \u201etats\u00e4chlich\u201d gewesen ist, sondern das, was Fotograf*innen gesehen, mittels ihrer Kamera und ihren F\u00e4higkeiten aufgenommen und schlie\u00dflich durch die Ausarbeitung daraus gemacht haben. Und dann wirkt das Bild auf den Betrachter&nbsp;&ndash; mehr oder weniger. Es gibt keine dokumentarische Fotografie im Sinne beweistr\u00e4chtigen Materials.<br \/>\nWas es gibt, ist der Ausdruck eines sehenden Menschen. Interpretation, nicht Repr\u00e4sentation. Mir sind Fotografie und Motiv so wie \u201ein primitiven Gesellschaften [&hellip;] nichts anderes als zwei verschiedene, das hei\u00dft physisch unterschiedliche  Manifestationen ein und derselben Energie oder ein und desselben Geistes.\u201d <sup><a href=\"#ssf\">2)<\/a><\/sup> Und \u201eEnergie\u201d oder \u201eGeist\u201d, was immer man darunter verstehen mag, kann auch nicht-optisch wahrgenommen werden, was bedeutet, man muss sie nicht sehen um sie zu fotografieren. Man braucht nicht den Anlass eines Motivs; Fotografie kann direkt ein Ausdruck von Wahrnehmung sein, Wahrnehmung selbst aus anderer Zeit und anderem Ort.<\/p>\n<\/div>\n<p id=\"ssf\">Nun ja, das kann man auch anders sehen und fotografieren, aber mir muss es dann auch nicht gefallen. Vielleicht w\u00e4re ich ohne die Lobeshymnen auf den \u201eweltber\u00fchmten Fotografen\u201d, den \u201eAltmeister der europ\u00e4ischen Fotografie\u201d, den \u201eMeister des entscheidenden Augenblicks\u201d unbelasteter und offener gewesen und h\u00e4tte mehr Gefallen an HCB\u2019s Bildern gefunden, aber so&nbsp;&hellip;<br \/>\n&hellip;&nbsp;so verweise ich lieber auf <a href=\"vivian-maier-kunst-des-alltaeglichen\" title=\"Die Kunst des Allt\u00e4glichen\">Vivian Maier<\/a>, die ganz unbeachtet ihrer Fotografie nachging und f\u00fcr mich interessanter ist. Ob <em>sie<\/em> an dokumentarische Fotografie geglaubt hat?&nbsp;&ndash; Sie hat jedenfalls hervorragende Fotos gemacht.<\/p>\n<div id=\"wkh\" class=\"fu\">\n<hr \/>\n<p>1) \u201eHenri Cartier-Bresson. Der Kompass im Auge: Amerika&nbsp;\u2013 Indien&nbsp;\u2013 Sowjetunion\u201d im <a href=\"http:\/\/www.kunsthauswien.com\/de\/ausstellungen\/aktuell\" title=\"Zur Website des Kunsthaus Wien\">Kunsthaus Wien<\/a> noch bis 26.&nbsp;Februar&nbsp;&rsquo;12. <a href=\"#a_wkh\" title=\"Zur\u00fcck nach oben\">&uarr;<\/a><br \/>\n2) Susan Sontag, in \u201eDie Bilderwelt\u201d in \u201e\u00dcber Fotografie\u201d <a href=\"#a_ssf\" title=\"Zur\u00fcck nach oben\">&uarr;<\/a>\n<\/div>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Fotos mussten leider nach Ende der Ausstellung entfernt werden) &lt;&nbsp;Henri Cartier-Bresson: INDIEN. Kaschmir. Srinagar. 1948. Muslimische Frauen auf den H\u00e4ngen des Hari Parbal-H\u00fcgels beim Beten zur hinter dem Himalaya aufgehenden Sonne. 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