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12. Februar 2008

Simón Bolívar

Abgelegt in Kategorie: Caracas — Subhash @ 16:55

Simón Bolívar wurde am 24. Juli 1783 in eine venezolanischen Aristokratenfamilie (criollos) geboren, die klassische europäische Bildung pflegte, aber liberalen politschen Ideen aufgeschlossen war. Mit 9 Jahren wurde er Vollwaise, genoß trotzdem die beste Erziehung, unternahm schon als Jugendlicher ausgedehnte Reisen und schwört eines Abends mit 22 Jahren am Monte Sacro in Rom, sein Leben der Befreiung der Karibik und Südamerikas von der spanischen Herrschaft zu weihen, so wird zumindest erzählt. 1830 bei Santa Marta, Kolumbien, an der Karibikküste starb Simón Bolívar.

Wikipedia bringt eine gute Übersicht über sein Leben, sein politisches Wirken, seine Erfolge und Misserfolge: Link zu Wikipedia

1812 starben in Caracas, dem Zentrum der Unabhängigkeit 10.000 Menschen (ein Viertel der damaligen Bevölkerung) bei einem Erdbeben. Die klerikalen Anhänger der spanischen Kolonialmacht erklärten die Katastrophe zu einem Strafgericht Gottes. Berühmte Entgegnung Bolívars, zwar eine aufklärerische Anmaßung, in der Situation aber verständlich und ein kräftiges Gegengewicht gegen die ebenso hybride katholische Interpretation des Erdbebens:

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„Falls sich die Natur gegen uns stellt, werden wir gegen sie kämpfen und sie wird uns Gehorsam zollen.”

Venezuela treibt seit mehr als einem Jahrhundert einen reichlich irrationalen Bolívar-Kult. Präsident Antonio Guzmán Blanco, der im übrigen auch die (kostenlose) Grundschulpflicht einführte, erließ bereits 1876 die Verordnung, dass jeder Hauptplatz jedes noch so kleinen Ortes in Venezuela „Plaza Bolívar” heißen muss. Natürlich gibt es meist auch ein Denkmal oder wenigstens eine Büste. Seit 1879 ist die Währungseinheit der „Bolívar”. Alle politische Gruppen finden sich durch Simón Bolívar bestätigt, egal ob er dabei zum Patron der Kommunistenhasser, zum Vorbild eines Kulturvereines oder zum Sinnbild der sozialistischen Revolution wird.

Venezuelas Wappen