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24. Februar 2008

Die Brücke

Abgelegt in Kategorie: Caracas — Subhash @ 16:18

Dies ist die Brücke Puente Llaguno ganz nahe dem Präsidentenpalast „Miraflores” in Caracas, die in den Filmen „The revolution will not be televised” und in „War on Democracy” eine wichtige historische Rolle spielt. Von hier aus, so behaupteten die Putschisten vom 11. April 2002, hätten Chávistas auf einen friedlichen Demonstrationszug von Oppositionellen geschossen und mehrere Leute getötet. Sie hatten einen Film, der genau an der Ecke mit dem kleinen Lokal Männer zeigte, wie sie, selbst immer versuchend in Deckung zu bleiben, von der direkt an das Lokal anschließenden Brücke schießen. Diese Aufnahmen wurden mit entsprechenden Text unterlegt und im Privatfernsehen gezeigt, was den Putsch legitimieren sollte. Allein es gab keinen Demonstrationszug auf der Straße unter der Brücke! Der kam dort nie vorbei.
Andere Kameraeinstellungen, die in den erwähnten Filmen zu sehen sind, zeigen, dass unter Brücke kein Zug zu sehen ist. Die Männer schießen wahrscheinlich auf die Scharfschützen, die Teilnehmer beider Demonstrationszüge, der der Oppositionellen und der der Chávez-Anhänger, erschossen hatten.

Das war nicht die einzige Lüge, die die oppositionellen Sender verbreiteten. Schon vor den Schüssen und den Toten wurde eine Erklärung mehrerer hoher Militärs aufgenommen, die dem Präsidenten ihre Gefolgschaft verweigerten, weil „das Blut friedlicher Demonstranten an seinen Händen” klebe. Wie ein Journalist von CNN vor laufender Kamera aussagte, war diese Erklärung schon lange vor den Erschießungen gefilmt worden. Zum Zeitpunkt der Erklärung gab es noch gar keine Toten! Alles war inszeniert um den Putsch moralisch gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Meinen sie das, wenn jetzt manche nach „Pressefreiheit” rufen, wenn die Sendelizenz eines dieser Kanäle nicht verlängert wird?

Die Putschisten schlossen den Regierungssender gewaltsam, drohten Miraflores samt der legitimen Regierung zu bombadieren und nahmen den gewählten Präsidenten Hugo Chávez fest, nach dem sich dieser ergeben hatte um das zu verhindern. Sie behaupteten Chávez sei zurückgetreten, was ebenfalls nicht der Wahrheit entsprach. Der Industrielle und damalige Präsident der venezolanischen Industrie- und Handelskammer Pedro Carmona ließ sich zum neuen Präsidenten ausrufen. Die Rede war, wie so oft, von „Freiheit”, „Demokratie”, „Gerechtigkeit”. Was tatsächlich geschah war aber, dass das Parlament, das Höchste Gericht und unter vielen anderen auch der Volksanwalt entlassen wurden.

Aber: „Todo 11 tiene su 13.” („Jeder Elfte hat seinen Dreizehnten.”) Zwei Tage später war Hugo Chávez wieder zurück in Miraflores, der Pusch gescheitert und die „bolivarianische Revolution” fürs Erste gerettet. Auf der Brücke steht nun ein Denkmal, das an diese Vorfälle erinnern soll.

Sehr empfehlenswert ist es, zu diesem Thema die Dokumentation eines irischen Filmteams „The revolution will not be televised(„La revolución no será televisada”) anzusehen, das zufällig in den Putsch geraten war. Die hier gezeigte Version ist mit englischen Untertiteln versehen.

Hier eine kurze Dokumentation der venezolanischen Regierung zum Thema in englischer Sprache:

(Zuletzt geändert am 25.10.'10 um 8:50)

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