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Gertraud Buxhofer

Der „Waldviertler“:
Projekt einer Regionalwährung

Situation

Die Arbeit in Österreich ist am höchsten besteuert. Wir Klein- und Mittelbetriebe beschäftigen prozentuell zum Umsatz die meisten ArbeitnehmerInnen. Zusätzlich zahlen die Klein- und Mittelbetriebe alle Gewinnsteuern in Österreich. Großunternehmen versteuern Ihre Gewinne in Steueroasen.
Das Geld, das wir hart verdienen und gut versteuern, bringen wir z. B. zur Firma Ikea, die den Gewinn (über 10 % vom Umsatz!) u. a. in die Schweiz bringt und in Österreich dafür keine Steuer bezahlt. Weiters finanzieren wir durch unsere Einkäufe oft ausbeuterische Systeme von Asien bis China. (Arbeitgeber, die Arbeitnehmer in Österreich so behandelten, würden zu Recht eingespert.) Die österreichischen Produktionen haben durch die Auslagerungen keine Arbeit und werden zugesperrt. Den Gewinn davon hat z. B. Ikea – die Arbeitslosen muss der österreichische Staat zahlen (also wir alle).

Kurz gesagt:
Unser Geld bringen wir z. B. auf die Bank, welche es in Aktien anlegt. Aktienkonzerne müssen – um das Geld der Anleger zu bekommen – hohe Gewinne machen. Durch diesen Gewinndruck müssen so viele Arbeitsplätze wie möglich wegrationalisieren werden.
… oder wir gehen einkaufen:
Das schaut meist so aus, dass die gekauften Produkte bei uns niemanden beschäftigen außer die LagerarbeiterInnen, KassiererInnen und eventuell noch Marketingfirmen.
Unser Geld fliesst ab und schwächt dadurch die österreichische Wirtschaft und Arbeitsmarktsituation.

Die Alternativwährung ist ein ganz klares Gegensystem, das funktioniert und Selbsthilfe für die jeweilige Region ist.
Weltweit gibt es über 250 Alternativwährungen. Viele wurden in Krisengebieten erschaffen und helfen dem Überleben und Besser-Leben.

Beispiel „Waldviertler“

Geldnoten

Der „Waldviertler“ wird designt und auf fälschungssicherem Papier gedruckt. In einer Ausgabestelle (Bank) kann ich gegen einen Euro einen „Waldviertler“ tauschen.

Einkaufen mit dem Waldviertler

Diesen „Waldviertler“ kann ich nur bei Unternehmen oder privaten Dienstleistern ausgeben, welche dem Verein „Alternativwährung Waldviertler“ angehören. (Dort können nur Leute beitreten, die im Waldviertel produzieren, dienstleisten oder mit Waldviertler Produkten handeln.) Dadurch wird das Geld an die Region gebunden. Das Geld, das an Waldviertler Dienstleister und Produzenten geht, wird also vervielfacht!

Keine oder Negative Zinsen

Negativzinsen schauen so aus: Mein Euroschein hat ein Ausgabedatum. Nach 3 Monaten ist er nicht mehr einen €, sondern nur mehr 99 ¢ wert. Will ich den Ein-Euro-Wert erhalten, muss ich eine Marke nachkaufen und aufkleben. Es ist also besser, wenn ich das Geld gleich wieder ausgebe.
Das beschleunigt enorm den Geldumlauf und dadurch erhöht sich auch die Geldmenge, die verfügbar wird.

Zukunft

Ziel ist, dass alles, was der genügsame Mensch zum Leben braucht, wieder in der Region gekauft und produziert werden kann. (Es soll wieder einen Tischler geben, einen Schneider, einen Bäcker, Bauern, …) Dann wäre diese Region viel unabhängiger vom Rest der Welt und deren Krisen.

(Natürlich müssen Steuereinkünfte und Abgaben in Euro umgerechnet und bezahlt werden. Der Euro wird nicht abgeschafft, sondern man hat beide Währungen zur Verfügung. Je mehr aber im Waldviertel bezahlt wird, desto besser für die Region.)

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