Texte, Links und Bücher: freigeld.subhash.at
 

Heini Staudinger

Armut, Krisenregion?

Das Problem sitzt im Kopf - ein 3 Minuten Statement

1.Im Einzugsgebiet von Schrems (10.000 Einwohner) im nördlichen Waldviertel (Österreich) hat die Raiffeisenkassa einen Einlagenüberschuss von mehr als 100 Mio. €. Die hundert Millionen gehen nach Wien in die Raika Zentralbank, wo Spezialisten das Geld vernünftig veranlagen. Laut Margret Kennedy gehen 70 % dieser Gelder nach China.

2.Die selben 10.000 Einwohner haben rund 7 Mio. € Energiekosten im Jahr. Diese 7 Mio. gehen nach Russland (Gas), nach Arabien (Öl) und in diverse Kanäle des elektrischen Stromes. Fast die ganzen 7 Mio. gehen von der Region weg, obwohl der gesamte Energiebedarf in der Region gedeckt werden könnte. Die 100 Mio. von Punkt 1 für Punkt 2 eingesetzt könnten es ermöglichen.

3.Die selben 10.000 Einwohner kaufen täglich bei Billa und Spar um 30.000,– bis 50.000,– € Lebensmittel. Dieses Geld wird aus der Region abgezogen in die Konzernzentralen. Von dort fließt mehr in die spanische Landwirtschaft als in die Waldviertler, denn die spanische ist besonders günstig.

Eine märchenhafte Vision

Wir können es förmlich spüren. Würden diese durchschnittlich 40.000,– € morgen wieder in Schrems ausgegeben, hätte das eine enorme Kraft. Täglich 40.000,– €, die nicht fortgehen, macht 1 Mio. € im Monat und wenn sich diese Million 10 Mal im Monat dreht, macht das 10 Mio. im Monat, macht 1000,– € pro Einwohner. Das ist magic.
(Erklärung: Wenn ich 1000,– € im Monat brauche, genügt es, wenn wöchentlich 250,– € zur Verfügung sind = Drehung 4 Mal pro Monat, oder wenn 100,- € jeden dritten Tag zur Verfügung da sind = Drehung 10 Mal pro Monat ...)

Eine mögliche Vision

10 % der Umsätze von Billa und Spar bei Biobauern eingekauft (rund 4.000,– € an rund 25 Wochentagen) hieße 100.000,- € pro Monat, die in der Region blieben. Davon könnten 50 Leute leben. Diese 50 Leute als Arbeitslose kosten unserem System rund 100.000,– € (inklusive der Sozialversicherung und der Kurse und anderer Maßnahmen für die Arbeitslosen).

Schluss

Was können wir sehen? In unserer Region sind ungeheure Vermögen da, sowohl in Form von Geld als auch in Form von Fähigkeiten. Wenn nun das Geld fort geht, gehen auch die Fähigkeiten und die Talente fort.

Die Krise (Verlust von Arbeitsplätzen, Abwanderung, Verschlechterung des öffentlichen Verkehrs ...) hat eine wesentliche Ursache darin, dass das Geld fort geht, aus der Region abgezogen wird.

Wenn das Geld (eine Regionalwährung als Komplementärwährung) in der Region zirkuliert, also in Kreislauf und nicht im Fortlaufen ist, ermöglicht das auch eine neue Großzügigkeit. Der Biobauer kann ruhig ein wenig mehr für seine Lebensmittel haben, kommt doch sein Erlös mir als seine Kaufkraft wieder zugute.

Warum wir in diesem dunklen Wahnsinn gefangen sind, erhellt sich mit der Frage, wem er nützt.

"Wo die Gefahr ist, wächst das Rettende auch." (Hölderlin)

-->Top


Dieser Text wurde ins Netz gebracht von: Subhash http://www.subhash.at
Texte, Links und Bücher zu „Freigeld“ und „Regionalwährung“: http://www.subhash.at/freigeld/
Weiterverbreitung ausdrücklich erwünscht.