Die Welt steht Kopf …

… aber so lange der Kamp aufwärts fließt, ist noch Hoffnung.

Gestern, am 19. Mai ’18 wurde in Gars Engelbert Reis’ Camera obscura-Projekt „Die Welt steht Kopf” eingeweiht. Sein „dunkler Raum” ist 2 x 2 x 2 m groß, frei begehbar und steht zumindest bis 5. August am Wörth (3571, Babenbergerstraße 1). Das durch ein kleines Loch einfallende Licht ergibt auf der gegenüberliegenden Wand ein am Kopf stehendes Bild. Wenn man in die Camera eintritt und die Türe schließt, muss man einige Zeit warten, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben. Dann aber erscheint das Bild, bewegt und in Farbe, ohne jede Linse. Klares Wetter ist von Vorteil, eine trübe Lichtstimmung erzeugt ein sehr schwaches Bild. Hier ein Beispiel, bei strahlendem Sonnenschein aufgenommen:

Das von der Camera obscura erzeugte Bild

Das von der Camera obscura erzeugte Bild

So klar wie auf diesem Foto, das eine Minute lang belichtet wurde, erscheint die Projektion dem menschlichen Auge nicht. Ein von so einer Camera erzeugtes Bild ist gleichmäßig scharf bzw. gleichmäßig unscharf. Die im Verhältnis extrem kleine Blende ergibt nämlich eine sehr große Tiefenschärfe, aber kein so scharfes Bild, wie wir es heutzutage von Kameras mit Objektiven gewohnt sind.

Wenn eine Camera obscura klein gebaut wird, wird sie „Lochkamera” genannt. Hier sieht man und frau Engelbert Reis vor seiner großen Camera obscura, aufgenommen mit einer selbst gebauten digitalen Lochkamera. Neben seiner linken Schulter ist die Öffnung in der Wand zu sehen. Das eigentliche lichtfreigebende Loch ist dann nochmals kleiner und wird durch ein dahinter angebrachtes Blech begrenzt.

Subhash: „Engelbert Reis #2736 (Lochkamera)”

Engelbert Reis vor seiner Camera obscura

„Die Welt steht Kopf” ist ein Projekt im Rahmen des niederösterreichischen Viertelfestivals.

Subhash: „Selbstportrait mit Lochkamera #2731”

Selbstportrait mit Lochkamera

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