Normal ist egal

Wenn eine Fotografin über das banale Selfie hinausgekommen ist, ein Fotograf sich zum „engagierten Amateur” hochgearbeitet, ein bisschen was an Literatur konsumiert und den einen oder anderen Workshop besucht hat, dann beginnt für so jemanden unter all den anderen neuen Begriffen auch das „Normalobjektiv” herumzugeistern. Da würde man was lernen, wenn man das verwendet, heißt es (frau auch), es sei der Klassiker unter den Objektiven. Eine Festbrennweite verwenden, wird empfohlen, nicht herumzoomen (stattdessen das „Turnschuhzoom” verwenden, wird fälschlich von den Auskenner*innen empfohlen). Jede*r, der oder die etwas auf sich hält, muss erst einmal die „Normalbrennweite” meistern bevor man (oder frau) zu etwas Exotischerem greift, wird verlautbart. – Na ja. Weiterlesen 

Das Gleiche, aber verschieden

Während eines Beleuchtungstests entstand eine Reihe von Portraits, die sich trotz sehr ähnlichem Gesichtsausdruck in der Gesamtwirkung deutlich voneinander unterscheiden. Das scheint mir vor allem an der Kopfneigung zu liegen, obwohl versucht wurde, mehr oder weniger jedes Mal die selbe Pose einzunehmen. Wie gesagt, es handelt sich um bloße Testaufnahmen, die deutliche Wirkung kleiner Haltungsänderungen scheint mir aber sehenswert und daher zeige ich sie hier. Weiterlesen 

Riecht wie Alkohol …

Subhash: „Riecht wie Alkohol #9301”

Eine alte Flasche mit unlesbarem Etikett liegt auf Moos, daneben ein skelettierter Schädel eines kleinen Tieres. Wie dieses Bild aufgenommen und ausgearbeitet wurde, wird im Folgenden beschrieben. […]

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Zu „Heute morgen …”

Ein unscheinbares Motiv wird interessant, wenn man es mit „liebenden Augen” betrachtet. Diese Sehweise kann man nicht erzwingen, aber man kann sie begünstigen. Zeit zu haben ist eine … – wenn schon nicht Voraussetzung, so doch ein begünstigender Umstand … […]

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Über „Im Fluss”

Subhash: „Flow #8881”

„Flow #8881”

Wer möchte nicht „im Fluss” sein, im „Flow”, wo alles leicht von der Hand geht, alles zusammenpasst, alles zu unserem Besten läuft, wir ein geschmeidiger Teil des Geschehens sind? – Aber ist das wirklich so, dass wir nur dann am Fluss des Geschehens teilhaben, wenn alles passt? Wenn uns die Welt gefällt? Ist es nicht gar ziemlich überheblich zu glauben, man (oder frau) könne auch nicht im Fluss sein? Gibt es überhaupt ein Wesen „Ich”, das der Umgebung, der (Um-) Welt gegenüber steht? Eigenständig sozusagen? […]

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Die Aufnahme «La flor de fuego moribunda»

Subhash: «Fuego #8618»

Diese Fotografie hat außer der Standardausarbeitung nur mehr eine Drehung um 180° erfahren. Die für die Bildwirkung entscheidende Arbeit wurde schon bei der Aufnahme geleistet. Das Wichtigste: die Lichtsetzung, die durch zwei Systemblitze vorgenommen wurde. Ich musste also ohne Einstelllicht auskommen. Die Wirkung konnte ich mir nur vorstellen und dann mit Hilfe von Probeaufnahmen feinjustieren. Die Bildkomposition wurde durch die Verwendung eines Stativs mit improvisierter Makroschiene erleichtert.

Hier ein kurzes Making-Of dazu: […]

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Inspiration und Handwerk

Subhash: „Hoch hinaus #9667”

Für alle …

Die allermeisten Beiträge dieses Fotoblogs sind allgemein zugänglich. Über die Schlagworte und die Kategorienwahl in der Seitenleiste lässt sich Übersicht und eine gewisse Ordnung in die Themen bringen.

… und für Mitglieder

Für die, die es genauer wissen und tiefer in die Materie eindringen wollen, sei es künstlerisch oder handwerklich, oder Fotograf*innen, die sich weitere Inspiration holen wollen, gibt es zusätzlich den Mitgliederbereich (Beispiele siehe unten). Der Zugang ist jeweils für ein Quartal (also drei Monate) käuflich zu erwerben. Dadurch wird meine Arbeit an diesem Blog unterstützt. Das bedeutet aber nicht, dass man und frau nach Ablauf des Quartals die in ihm erschienen Beiträge und Tutorials nicht mehr lesen kann. Der Zugang bleibt bestehen, solange dieses Fotoblog bestehen bleibt. Die Beschränkung bedeutet nur, dass Mitglieder-Beiträge, die außerhalb der gekauften Quartale geschrieben wurden, nicht gelesen werden können. Ist ein Abonnement abgelaufen, bekommt man oder frau keine neuen Artikel geliefert, aber das, was gekauft wurde, kann auch weiter verwendet werden. Wie bei einem Zeitschriftenabonnement ja auch. Weiterlesen 

Mein RAW-Workflow (Teil 3)

Farb- und Graustufenversion des selben Bildes

Farb- und (getonte) Graustufenversion des selben Bildes

Hier kommt nun Teil 3 der Serie über meinen RAW-Entwicklungs-Arbeitsablauf. Teil 1 (öffentlich zugänglich) beschäftigte sich mit grundlegenden Dingen wie Import, Verschlagwortung und Grundeinstellungen, Teil 2 mit Entrauschung, Schärfung, Teiltonung, Objektivkorrekturen und dem Bedienfeld „Effekte”. Der dritte Teil behandelt ein Thema, das kreativ wie kaum ein anderes sein kann: die Graustufenumwandlung, vulgo „Schwarzweißentwicklung”.

Manche behaupten Schwarzweißfotografie sei per se künst(ler)i(s)ch, weil sie von der Farbe abstrahiere und keine Entsprechung im natürlichen Sehen des Menschen habe. Das ist natürlich Unsinn, denn jede*r, die oder der schon einmal in der Nacht im Wald unterwegs war, weiß, dass das menschliche Sehen bei wenig Licht zum bloßen Sehen der Helligkeit tendiert, Farben werden blasser und schließlich kaum mehr erkennbar. Das Schwarzweißsehen ist also durchaus auch ohne Fotografie oder Video ein Teil der menschlichen Wahrnehmung.

In der Analogfotografie beeinflusste die Wahl des Films, der Entwicklung, des Papiers und dessen Entwicklung wesentlich das Ergebnis. Dazu kamen noch verschiedene Filter, die bestimmten Farben hellere Töne zuordneten und anderen dünklere als ohne Filter. Das war auch nötig, denn nur so ist es möglich, unterschiedliche Farben mit der selben Luminanz unterschiedlich wiederzugeben. Diese Möglichkeiten haben digitale Fotograf*innen auch – und viel mehr. Und die meisten wiederum die, die ihre Bilder selbst ausarbeiten. So wie das schon immer war.

Umwandlung von Farben gleicher Luminanz durch Filter

Oben: die Farben in der Mitte in SW ohne (analoge oder digitale) Filter, Mitte: Farben der selben Luminanz, unten: mit Grünfilter

Die Graustufenausarbeitung in Adobe Camera RAW (ACR; Teil von Photoshop und Lightroom) sei im Folgenden samt Tonung anhand eines der letzten Prag-Bilder Schritt für Schritt gezeigt: […]

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Schnecke mit Blitz

Subhash: „Schnecke #8152”

Schnecke #8152”

Man tut sich leichter bei Makroaufnahmen mit einem Blitz. Er erlaubt kürzere Belichtungszeiten bei relativ kleiner Blende und damit mehr Tiefenschärfe. Wenn sich das Objekt nicht bewegt (Wind!), dann ist ein komfortables Arbeiten möglich. Ein Stativ ist dennoch zu empfehlen, denn es erlaubt haargenaues Setzen der Schärfeebene und erleichtert eine überlegte Komposition. Hier möchte ich zeigen, wie ein entfesselter Systemblitz mit einem kleinen Aufheller auf simple Art gute Möglichkeiten der Lichtsetzung erlaubt.

Ein Funkauslöser für den möglichst in der Stärke regelbaren Blitz ist eine gute Sache. Der Blitz kann dann auf einem Ständer oder einem zweiten Stativ aufgeschraubt positioniert werden. Blitz und Blitzauslöser sind sehr günstig zu haben, wenn man auf TTL verzichtet. Der Yongnuo-Blitz YN560-II ist sogar von Haus aus slavefähig, d.h. Sie könnten ihn beispielsweise auch über einen in der Kamera eingebauten Blitz auslösen (Leistung möglichst stark drosseln). Die Funkmodule funktionieren bei mir klaglos (wobei ich ein älteres Modell von Yongnuo verwende).

Hier folgt die Aufnahme erst ohne Reflektor (Aufheller), dann mit größerer und schließlich mit kleinerer Entfernung Reflektor/Objekt. Das Bild am Artikelanfang wäre das zweite in dieser Serie, bereits mit Reflektor, aber mit dem größten Abstand zum Motiv und damit der geringsten Wirkung. (Das Licht – auch das reflektierte – nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab!) […]

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Mein RAW-Workflow (Teil 2)

Die Palette „Details” in Adobe Camera RAW (Lightroom und Photoshop)

„Details” in ACR

Wie angekündigt soll es in diesem 2. Teil nun um Entrauschung, Schärfung, Teiltonung, Objektivkorrekturen und „Effekte” gehen. Teil 1 brachte den „Import” und die allerwichtigsten Entwicklungsschritte, die „Grundeinstellungen”.

Da hier noch nicht die Graustufen- (vulgo „Schwarzweiß”-) Konvertierung besprochen werden soll, werden Sie sich vielleicht fragen, was Teiltonung dann soll. Aber tatsächlich wende ich Tonungen nicht nur gerne auf Graustufenbilder, sondern auch auch Farbaufnahmen, die ich als solche entwickle, an. („Teiltonung” oder „Splittonung” bedeutet, dass verschiedene Werte für die Tiefen und die Lichter eines Bildes eingestellt werden konnten. Das ging auch schon vor ACR (Adobe Camera RAW – der RAW-Konverter von Photoshop und Lightroom) direkt in Photoshop, wenn Sie in der Ebenenpalette zwei Einstellungsebenen „Farbfläche” im Ebenenmodus „Farbe” erstellten und unter „Ebenenstile → Fülloptionen → Ausblenden” die Regler entsprechend einstellten – siehe Photoshop-Hilfe.)

Subhash: „Mit Katze #3342”

Getonte Farbaufnahme

Ein Beispiel einer getonten Farbaufnahme ist das Selbstportrait im Artikel „Mit Katze” (siehe rechts; anklicken zum Vergrößern). Hier wurde blau getont, die Tiefen etwas mehr ins Violett als die Lichter. In ACR lässt sich auch die Übergangsschwelle einstellen, und die lag in diesem Fall deutlich näher bei den Tiefen, deren Farbgebung sich daher stärker auswirkte. Ich finde, es lassen sich schon allein mit der Tonung von Farbbildern interessante „Looks” – wie das so schön heißt – erzeugen. Diese können selbstverständlich auch wesentlich zurückhaltender ausfallen als hier in diesem Beispiel. Die Einstellungen des Bedienfelds „Teiltonung”: […]

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Kreative Beschränkung

Subhash: „Eins #7932”

„Eins #7932”

Wie angekündigt hier weitere Bilder und Informationen zum im letzten Beitrag vorgestellten Projekt für Mitglieder. Die Beschränkung auf ein Objektiv und eine einzige, große Blende (mit einer technisch bedingten Ausnahme!) hat ihren Reiz, aber auch ihre Schwierigkeiten. Die Tiefenschärfe ist manchmal zu klein, die Schärfeebene oft haargenau zu setzen, und ein Stativ hätte des öfteren geholfen. Zu diesen Schwierigkeiten gleich mehr.

Der Vorteil solcher Settings ist, dass man gezwungen wird, andere als die gewohnten Lösungen zu finden. Das bedeutet auch anders zu sehen, das Auge auf die Möglichkeiten des Objektivs und der Blende einzustellen. Das kann zu (für einen selbst) ungewohnten Fotografien führen und dadurch eher Bereicherung als Einschränkung werden.

Das Projekt ergab sich von selbst: Um mein Gepäck klein zu halten, nahm ich mir vor nur ein einziges Objektiv einzupacken und das Stativ zu Hause zu lassen. Ich wusste, dass ich viel in einem engen Tal im Wald fotografieren und ohne Stativ große Lichtstärke brauchen würde. Mein Allroundobjektiv (Olympus Zuiko 12-60 mm f/2.8-4) wäre zwar wesentlich leichter gewesen, aber die ein bis zwei Blenden mehr des Olympus Zuiko 35-100 mm f/2 waren zu verlockend. Ich nahm also den Verzicht auf Weitwinkel auch noch auf mich und das Zusatzgewicht in Kauf. Dafür durfte der Verlängerungstubus für Nahaufnahmen und der Telekonverter (verdoppelt die Brennweite bei zwei Blenden Helligkeitsverlust) mit. Blitze blieben ebenso zu Hause wie der Aufhellschirm. […]

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Mein RAW-Workflow (Teil 1)

Meine Standard-Entwicklungsvoreinstellungen

Meine Entwicklungs-Grundeinstellungen
für ISO 200 der meistbenutzten Kamera

In diesem Artikel beschreibe ich meine derzeitige Arbeitsweise, die Abobe Camera RAW (ACR) als Konverter und das Schnellretuschier-Werkzeug verwendet. ACR ist sowohl in Adobe Lightroom als auch in Adobe Photoshop eingebaut. Ich verwende die Version 8.7, die gegenüber ihrer Vorgängerin als Neuigkeit den so genannten Radial-Filter bietet und mit dem Bereichsreparatur-Werkzeug nicht nur stempeln, sondern auch malen lässt. Sie können diesen RAW-Entwicklungs-Workflow nachmachen und an Ihre eigenen Vorstellungen anpassen. Weiterlesen