Von der Aufnahme zum Bild

Im Gegensatz zu so manchen sich selbst oft gerne als „Purist*innen” bezeichnenden Fotograf*innen bin ich der Meinung, dass es schade ist, eine Aufnahme nicht selbst zu entwickeln, sondern das der Kameraautomatik (bzw. im analogen Fall dem Entwicklungs- und Abzugsdienstleister) zu überlassen. Leute, die auf die Ausarbeitung, sei sie analog oder digital vorgenommen, verzichten, nehmen nur einen Teil der Möglichkeiten der Fotografie wahr. Die JPG-Engines der Kameras funktionieren ja für vieles ganz brauchbar, hervorragende Bilder lassen sich mit ihrer Hilfe aber kaum herstellen.

Aufnahme und Ausarbeitung am Beispiel „Hängender Stein” Weiterlesen 

Cyanotypien sind nicht wiederholbar

Eine Cyanotypie ist nicht exakt wiederholbar, jede ist ein Unikat. Wird sie auch noch getont, ist es noch schwerer eine ähnliche Anmutung zu erreichen wie beim vorigen Mal. Einige Zeit gelang es mir, beinahe neutralgraue „Drucke” herzustellen, aber dann änderte sich irgendetwas, das Papier, die Chemie, die Umgebungstemperatur, die Wasserhärte, … und die Tonung griff nicht mehr so richtig an. Doppelte Dosis, das Bleichen anpassen, länger, kürzer belichten: nichts half. Obwohl ich genaue Aufzeichnungen über den Ausarbeitungsprozess führe, ist es mir nicht möglich, gewohnte Ergebnisse auf die gewohnte Art zu erreichen. Die neutralgrauen Cyanotypien sind anscheinend vorerst einmal Geschichte, was mich betrifft. Und dann war auch noch mein Lieblingspapier plötzlich nicht mehr erhältlich. Längere Suche im Internet führte noch zu ein paar übriggebliebenen Blöcken, aber jetzt scheint Schluss zu sein. So musste ich mich auf die Suche nach neuem Material machen. Nach drei Tagen Testen bin ich erst einmal mit der Papiersuche zu Ende gekommen.

Cyanotypie-Tests Weiterlesen 

Portrait MMMaria

Als Leiter des Portrait-Workshops am letzten Samstag habe ich im Studio nicht fotografiert um den Blitzfunk nicht zu blockieren, hier aber noch zwei Aufnahmen bei vorhandenem Licht, die erste wieder mit dem Petzval 85 mm f/2.2 @ f/4, die zweite mit dem Zuiko 35-100 mm f/2 @ 100 mm und f/2:

Subhash: „Mmmaria #3311” Weiterlesen 

Die Welt steht Kopf …

… aber so lange der Kamp aufwärts fließt, ist noch Hoffnung.

Gestern, am 19. Mai ’18 wurde in Gars Engelbert Reis’ Camera obscura-Projekt „Die Welt steht Kopf” eingeweiht. Sein „dunkler Raum” ist 2 x 2 x 2 m groß, frei begehbar und steht zumindest bis 5. August am Wörth (3571, Babenbergerstraße 1). Das durch ein kleines Loch einfallende Licht ergibt auf der gegenüberliegenden Wand ein am Kopf stehendes Bild. Wenn man in die Camera eintritt und die Türe schließt, muss man einige Zeit warten, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben. Dann aber erscheint das Bild, bewegt und in Farbe, ohne jede Linse. Klares Wetter ist von Vorteil, eine trübe Lichtstimmung erzeugt ein sehr schwaches Bild. Hier ein Beispiel, bei strahlendem Sonnenschein aufgenommen: Weiterlesen 

Eis

Nicht ganz einfach zu fotografieren ist ein Block Eis. Aber mit etwas Geduld und einer adäquaten Ausarbeitung kommt die Kälte und Härte spürbar ins Bild.

Subhash: „Eis #1686” Weiterlesen 

Zwei Fotografien auf 10 m2

Subhash: „Kaminstube Schwarzenau #343”

Das Schwarzenauer Gasthaus „Kaminstube” der Familie Zlabinger hat einen neuen Saal. Ich freue mich, dass ich dafür zwei große Fotografien im Auftrag der Wirtsleute aufnehmen durfte. Gemeinsam nehmen sie nun mehr als 10 m2 der Wandfläche ein. Selbstverständlich war es nicht ganz einfach die nötige Auflösung für diese großen Fotografien zu erreichen, aber es ist gelungen: Sie sind auch aus 30 cm Entfernung scharf. Weiterlesen 

Tage des offenen Studios

Morgen Nachmittag und Sonntag Vormittag öffnen Iris Lindner und ich im Rahmen der „NÖ Tage der offenen Ateliers” unsere Räume für alle Interessierten.

Eine fotografische Serie, aus der ich Beispiele zeige, ist „Positionierung”. Sie beschäftigt sich (wieder einmal) mit der Suche nach dem „Wesen der Dinge”, hier nach dem Wesen der Menschen. Es gibt da ja verschiedene Vorstellungen – man denke nur an die christliche der Seele, aber auch an die gegensätzliche, dass die Essenz des Menschen leer ist, „das” Nichts. Für manche erschreckend, für manche tröstlich.

Subhash: „Positionierung #5780-83” Weiterlesen 

Die digitale Lochkamera (mit Trailer)

Die Lochkamera ist eine Urform der fotografischen Kamera; umso witziger dieses System mit modernen Spiegelreflex- oder Systemkameras (EVILs) zu verbinden. Fotografieren mit Blende 120 und traumhafte Weichheit zu erzielen hat seinen Reiz! Wer so etwas noch nie gesehen hat, für den ist es schon verblüffend, dass man zum Fotografieren kein Objektiv braucht, keine einzige Linse. Am 30. September ’17 werden wir in Krems im Lochkamera-Workshop ein Loch in unseren Gehäusedeckel bohren und unsere ersten Pinhole-Fotos machen. Das klappt natürlich auch mit analogen Geräten. Weiterlesen